Absolut katastrophal ...
... ist das, was die Welt in den letzten zwei Monaten erleben musste.
Das Weltfinanzsystem stand am Abgrund. Nach und nach wurde jedem Asset-Manager und Investor klar, dass alle Investments, von Staatsanleihen
großer Industrieländer einmal abgesehen, hohe Verluste einfahren würden.
Nicht einmal schlichte Bankeinlagen waren kurzfristig mehr sicher.
Eine Analyse der Finanzkrise kann hier nicht erfolgen, aber es lohnt sich über die Konsequenzen für die Zukunft der institutionellen Kapitalanlage nachzudenken. Eines vorweg: Den dramatischen Ausverkauf aller Risikoaktiva, sei es aus Gründen, die die Investments selber betrafen, aus Panik vor weiteren Verlusten, zur Gewinnmitnahme oder zur Liquiditätsbeschaffung, haben die enormen Volatilitäten und Kurssprünge jenseits jeder fundamentalen Bewertung und Ratio hervorgerufen. Sie trafen nicht nur Aktien, sondern auch Alternative Investments schwer. Wer aber glaubt, dass die von Hedgefonds eingesetzten Absolute-Return-Strategien, die zu 70% von Aktienkursentwicklungen abhängen und meist Low-Volatility-Strategien sind, sich komplett gegen den Trend stemmen könnten, wenn das Weltfinanzsystem kurz vor dem Kollaps steht, erwartet von den Managern vielleicht doch etwas zu viel.
Trotzdem finden sich Strategien, die dem Sturm trotzen konnten. Global Macro und Managed Futures haben, als klassische High-Volatility-Strategien, sehr positive Ergebnisse erzielt und konnten ihre Fähigkeiten, in turbulenten Zeiten positive Diversifikationseffekte zu zeigen, eindrucksvoll unter Beweis stellen. Auch Equity-Market-Neutral-Strategien konnten sich von den riesigen Verlusten im Aktienbereich abkoppeln und im Schnitt das Kapital erhalten. Betrachtet man die Dach-Hedgefonds, kommt es auf die Strategiegewichtung an. Hier zeigt sich, trotz ungewöhnlich großer Verluste, dass der Abstand zu diversifizierten Aktienportfolios immer noch hoch ist. Commodities, Private Equity und andere Alternative-Investment-Strategien sind zwar von den Turbulenzen auch getroffen, aber gerade hier bieten sich nun enorme Chancen. Was ist zu tun?
Es wird in der Zukunft noch mehr auf ein aktives Risikomanagement ankommen, das asymmetrische Risikoprofile generieren kann und auf ein Absolute-Return- Ziel mit maximalen Risikogrenzen ausgerichtet wird. Das resultierende Portfolio sollte daher sorgfältig ausgewählt und breit diversifiziert über alle Asset- und Strategie-Klassen aufgebaut sein. Ein Verbleiben in Cash und Staatsanleihen kann sich kein Investor langfristig leisten, zumal die Zinsen nach dem Rückgang zur Krisenbewältigung wieder steigen werden, will man nicht die nächste Blase riskieren.
In der Krise liegt die besondere Chance, Neues zu erschaffen und gestärkt aus ihr hervorzugehen. Frei nach Barak Obamas "Change can happen" ist eine neue Perspektive auf die eigene Asset Allocation möglich und nötig. Lesen Sie dazu auch unser Investoren-Interview - es lohnt sich.
Ihr Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 5|2008
Eine Analyse der Finanzkrise kann hier nicht erfolgen, aber es lohnt sich über die Konsequenzen für die Zukunft der institutionellen Kapitalanlage nachzudenken. Eines vorweg: Den dramatischen Ausverkauf aller Risikoaktiva, sei es aus Gründen, die die Investments selber betrafen, aus Panik vor weiteren Verlusten, zur Gewinnmitnahme oder zur Liquiditätsbeschaffung, haben die enormen Volatilitäten und Kurssprünge jenseits jeder fundamentalen Bewertung und Ratio hervorgerufen. Sie trafen nicht nur Aktien, sondern auch Alternative Investments schwer. Wer aber glaubt, dass die von Hedgefonds eingesetzten Absolute-Return-Strategien, die zu 70% von Aktienkursentwicklungen abhängen und meist Low-Volatility-Strategien sind, sich komplett gegen den Trend stemmen könnten, wenn das Weltfinanzsystem kurz vor dem Kollaps steht, erwartet von den Managern vielleicht doch etwas zu viel.
Trotzdem finden sich Strategien, die dem Sturm trotzen konnten. Global Macro und Managed Futures haben, als klassische High-Volatility-Strategien, sehr positive Ergebnisse erzielt und konnten ihre Fähigkeiten, in turbulenten Zeiten positive Diversifikationseffekte zu zeigen, eindrucksvoll unter Beweis stellen. Auch Equity-Market-Neutral-Strategien konnten sich von den riesigen Verlusten im Aktienbereich abkoppeln und im Schnitt das Kapital erhalten. Betrachtet man die Dach-Hedgefonds, kommt es auf die Strategiegewichtung an. Hier zeigt sich, trotz ungewöhnlich großer Verluste, dass der Abstand zu diversifizierten Aktienportfolios immer noch hoch ist. Commodities, Private Equity und andere Alternative-Investment-Strategien sind zwar von den Turbulenzen auch getroffen, aber gerade hier bieten sich nun enorme Chancen. Was ist zu tun?
Es wird in der Zukunft noch mehr auf ein aktives Risikomanagement ankommen, das asymmetrische Risikoprofile generieren kann und auf ein Absolute-Return- Ziel mit maximalen Risikogrenzen ausgerichtet wird. Das resultierende Portfolio sollte daher sorgfältig ausgewählt und breit diversifiziert über alle Asset- und Strategie-Klassen aufgebaut sein. Ein Verbleiben in Cash und Staatsanleihen kann sich kein Investor langfristig leisten, zumal die Zinsen nach dem Rückgang zur Krisenbewältigung wieder steigen werden, will man nicht die nächste Blase riskieren.
In der Krise liegt die besondere Chance, Neues zu erschaffen und gestärkt aus ihr hervorzugehen. Frei nach Barak Obamas "Change can happen" ist eine neue Perspektive auf die eigene Asset Allocation möglich und nötig. Lesen Sie dazu auch unser Investoren-Interview - es lohnt sich.
Ihr Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 5|2008