Absolut populistisch ...
... verhält sich die deutsche Politik, wenn es um die Anpassung
deutscher Finanzmarktgesetzgebung an internationale Standards geht,
insbesondere wenn es sich dabei um Alternative Investments und
innovative Produktlösungen handelt. Wie mit der Agenda 2010, scheint es
manchem Politiker nun Leid zu tun, dass im Jahr 2004 Hedgefonds in
Deutschland - obwohl hoch reguliert - an den Start gebracht wurden. Wo
liegt das wirkliche Problem?
Die Politik befindet sich in einem Dilemma, da der Basis die komplizierten Themen, die selbst einem Angeordneten kaum eingängig sind, vielfach nicht begreiflich zu machen sind. Den Sinn und Zweck von Hedgefonds und Private Equity zu verstehen und in einen größeren kapitalmarkttheoretischen und -praktischen Gesamtzusammenhang zu bringen, ist schwer. Dabei gleichzeitig die komplexen Wirkungszusammenhänge der privaten wie institutionellen Asset-Allokation und des Risikomanagements im Kontext einer zunehmend selbstverantworteten und vielfach kapitalgebundenen Vermögensbildung und Altersvorsorge zu verstehen, ist noch schwerer.
Dieses Thema muss schließlich einem nicht finanzmarktvorgebildeten Abgeordneten erläutert werden, der bislang nur "Heuschrecke" versteht. Ein im Moment aussichtsloses Unterfangen.
Seien wir ehrlich: Angesichts des rasanten und für viele Menschen als bedrohlich empfundenen Wachstums der aktiven Finanzinvestoren (sog. Active Equity) gibt es für die Politik hier aktuell kaum etwas zu gewinnen. Die Subprime-Krise mit ihren für viele kaum nachvollziehbaren ABSStrukturen hat das Klima weiter aufgeheizt und zwangläufig zu einem Veränderungsstopp in der Politik geführt.
Dies muss man derzeit wohl akzeptieren, obwohl dieser Stillstand angesichts der im internationalen Wettbewerb notwendigen Weiterentwicklung der Finanzmarktgesetze ärgerlich ist. Dennoch: Die Branche und die Investoren werden sich gedulden müssen und die ihnen schon jetzt gebotenen Möglichkeiten, z. B. auch über das Ausland bzw. über strukturierte Produkte, nutzen. Wichtig ist, dass sich institutionelle Investoren nicht abhalten lassen, eine verantwortungsvolle Portfoliodiversifikation und Ertragsoptimierung im Sinne ihrer Endkunden zu betreiben. Die politische Situation wird sich wieder ändern, und dann kann ein neuer Versuch gestartet werden, die Onshore- Bedingungen zu verändern. Notwendig für den Erfolg von Alternative Investments sind sie für institutionelle Investoren nicht unbedingt.
Ihr Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 5|2007
Die Politik befindet sich in einem Dilemma, da der Basis die komplizierten Themen, die selbst einem Angeordneten kaum eingängig sind, vielfach nicht begreiflich zu machen sind. Den Sinn und Zweck von Hedgefonds und Private Equity zu verstehen und in einen größeren kapitalmarkttheoretischen und -praktischen Gesamtzusammenhang zu bringen, ist schwer. Dabei gleichzeitig die komplexen Wirkungszusammenhänge der privaten wie institutionellen Asset-Allokation und des Risikomanagements im Kontext einer zunehmend selbstverantworteten und vielfach kapitalgebundenen Vermögensbildung und Altersvorsorge zu verstehen, ist noch schwerer.
Dieses Thema muss schließlich einem nicht finanzmarktvorgebildeten Abgeordneten erläutert werden, der bislang nur "Heuschrecke" versteht. Ein im Moment aussichtsloses Unterfangen.
Seien wir ehrlich: Angesichts des rasanten und für viele Menschen als bedrohlich empfundenen Wachstums der aktiven Finanzinvestoren (sog. Active Equity) gibt es für die Politik hier aktuell kaum etwas zu gewinnen. Die Subprime-Krise mit ihren für viele kaum nachvollziehbaren ABSStrukturen hat das Klima weiter aufgeheizt und zwangläufig zu einem Veränderungsstopp in der Politik geführt.
Dies muss man derzeit wohl akzeptieren, obwohl dieser Stillstand angesichts der im internationalen Wettbewerb notwendigen Weiterentwicklung der Finanzmarktgesetze ärgerlich ist. Dennoch: Die Branche und die Investoren werden sich gedulden müssen und die ihnen schon jetzt gebotenen Möglichkeiten, z. B. auch über das Ausland bzw. über strukturierte Produkte, nutzen. Wichtig ist, dass sich institutionelle Investoren nicht abhalten lassen, eine verantwortungsvolle Portfoliodiversifikation und Ertragsoptimierung im Sinne ihrer Endkunden zu betreiben. Die politische Situation wird sich wieder ändern, und dann kann ein neuer Versuch gestartet werden, die Onshore- Bedingungen zu verändern. Notwendig für den Erfolg von Alternative Investments sind sie für institutionelle Investoren nicht unbedingt.
Ihr Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 5|2007