Absolut unnötig...
...und pauschal vereinfachend erschien es vielen Marktteilnehmern der
Hedgefonds-Industrie in Deutschland, dass sich der Präsident der
Aufsichtsbehörde im Oktober so negativ zum Thema Hedgefonds geäußert
hat. Aus seiner Sicht konnte er dabei jedoch nichts falsch machen. Wenn
sich seine Warnungen als zutreffend erweisen, hat er Recht gehabt, wenn
nicht, steht es einem Aufseher gut an, vor Gefahren zu warnen. Trotzdem
kommen die Äußerungen gerade natürlich für die noch junge und auch
extrem empfindliche Industrie in Deutschland, die gerade die
Heuschrecken-Debatte hinter sich gebracht hat und aus dem
Performance-Tal herausschreitet, zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Sanios
Kritik ist dabei jedoch weniger lokal als global zu werten und steht in
einer gedanklichen Line mit der Forderung verschiedener internationaler
Aufsichtsbehörden, sich mehr um den stark wachsenden Bereich der
Hedgefonds zu kümmern. Grundsätzlich hätte jedoch die Wortwahl etwas
moderater ausfallen können.
Investoren sollten sich davon nicht abschrecken lassen. Denn das zunehmende Interesse der Aufsichtsbehörden führt auch zu mehr Transparenz im Markt. Hedgefonds-Investments von Institutionellen erfolgen primär in sehr risikoreduzierte Dach-Fonds- und Multi-Manager-Produkte, die von Experten der Industrie analysiert und ausgewählt werden. Daher besteht für diese Investoren nicht die Gefahr starker Verluste. Jedoch sollten diejenigen, die meinen, alles selber machen zu können, Vorsicht walten lassen, denn es lauern auch Gefahren in der Anlageform.
Eine sich immer mehr institutionalisierende Industrie, die sich anschickt in Zukunft selbstverständlicher Bestandteil der Asset Allocation zu sein, wird es ertragen müssen, dass mehr Aufsicht und Transparenz gefordert wird. Sie muss aber gleichzeitig deutlich machen ? und das sollte von der Investoren und Aufsichtsbehörden im Gegenzug verstanden werden ?, wo die Grenzen der Möglichkeiten liegen, damit die positiven Eigenschaften der Industrie nicht verloren gehen. Leverage, Intransparenz, Illiquidität und Flexibilität bei Anlageformen und Strategien sind essentieller Bestandteil vieler Hedgefonds und müssen erhalten bleiben. Bewertungsfreiheit bei Positionen sowie mangelnde unabhängige Kontrolle und Interessenkonflikte bei Administration und Jahresabschlüssen sind hingegen nicht akzeptabel. Hier müssen institutionelle Standards eingehalten bzw. etabliert werden, will die Industrie auf breiter Basis ernst, oder noch ernster genommen werden. Der Absolut|report versucht auf Chancen und Risiken gleichzeitig hinzuweisen, damit Investoren in die Lage versetzt werden, vernünftige Entscheidungen zu treffen. In dieser Ausgabe wollen wir vor allem zeigen, dass es vielleicht doch für institutionelle Investoren mit geringer Risikotragfähigkeit eine Möglichkeit gibt in Aktien zu investieren, ohne von ständigen Alpträumen geplagt zu werden.
Ihr Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 5|2005
Investoren sollten sich davon nicht abschrecken lassen. Denn das zunehmende Interesse der Aufsichtsbehörden führt auch zu mehr Transparenz im Markt. Hedgefonds-Investments von Institutionellen erfolgen primär in sehr risikoreduzierte Dach-Fonds- und Multi-Manager-Produkte, die von Experten der Industrie analysiert und ausgewählt werden. Daher besteht für diese Investoren nicht die Gefahr starker Verluste. Jedoch sollten diejenigen, die meinen, alles selber machen zu können, Vorsicht walten lassen, denn es lauern auch Gefahren in der Anlageform.
Eine sich immer mehr institutionalisierende Industrie, die sich anschickt in Zukunft selbstverständlicher Bestandteil der Asset Allocation zu sein, wird es ertragen müssen, dass mehr Aufsicht und Transparenz gefordert wird. Sie muss aber gleichzeitig deutlich machen ? und das sollte von der Investoren und Aufsichtsbehörden im Gegenzug verstanden werden ?, wo die Grenzen der Möglichkeiten liegen, damit die positiven Eigenschaften der Industrie nicht verloren gehen. Leverage, Intransparenz, Illiquidität und Flexibilität bei Anlageformen und Strategien sind essentieller Bestandteil vieler Hedgefonds und müssen erhalten bleiben. Bewertungsfreiheit bei Positionen sowie mangelnde unabhängige Kontrolle und Interessenkonflikte bei Administration und Jahresabschlüssen sind hingegen nicht akzeptabel. Hier müssen institutionelle Standards eingehalten bzw. etabliert werden, will die Industrie auf breiter Basis ernst, oder noch ernster genommen werden. Der Absolut|report versucht auf Chancen und Risiken gleichzeitig hinzuweisen, damit Investoren in die Lage versetzt werden, vernünftige Entscheidungen zu treffen. In dieser Ausgabe wollen wir vor allem zeigen, dass es vielleicht doch für institutionelle Investoren mit geringer Risikotragfähigkeit eine Möglichkeit gibt in Aktien zu investieren, ohne von ständigen Alpträumen geplagt zu werden.
Ihr Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 5|2005