Absolut zeitlos ...
… ist das Prinzip der Diversifikation in der Kapitalanlage. Alle institutionellen Investoren folgen diesem Grundsatz, den Harry Markowitz, der leider vor wenigen Wochen verstorben ist, in seiner Portfoliotheorie in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts formuliert hat.
Erfreulicherweise hat sich seit der Finanzkrise vor inzwischen 15 (!) Jahren die Diversifikation vieler Portfolios vor allem in Deutschland deutlich erhöht. Die stark gesunkenen Zinsen haben Anleger dazu veranlasst, in viele andere Asset-Klassen und Strategien zu investieren, um die Rendite auf einem konstanten und attraktiven Niveau zu halten. Da in Deutschland festverzinsliche Wertpapiere eine dominante Rolle in der Asset-Allokation gespielt haben, waren enorme Mittel frei geworden, um in andere Anlageformen zu investieren.
Die Schwierigkeit bei der Diversifikation liegt allerdings darin, dass sie nur wirkt, wenn die Assets untereinander eine geringe Korrelation aufweisen. Ist dies nicht der Fall, so wirkt sie nicht risikoreduzierend. Daher bleibt es eine ständige Herausforderung für institutionelle Investoren, das Portfolio auf seine Risikostruktur hin zu untersuchen und Klumpenrisiken zu vermeiden. Und nachdem die Vielfalt in den Depots gestiegen ist, kommt es insbesondere darauf an, eine starke Ausrichtung auf illiquide Anlagen zu überprüfen: Hier kann es zu verzögerten Korrelationen kommen, die dann im Fall von negativen Marktbewegungen zu starken Verlusten führen.
Lesen Sie daher Beiträge zu Performancemessung geschlossener Fonds, Faktor-Timing, Real Assets, Laufzeitfonds, Total-Portfolio-Ansatz und regulierten Token als Anlageklasse. Diese Ausgabe bietet Ihnen wieder neue Perspektiven für ein besseres Risikomanagement, Ideen für alternative Anlagestrategien und Möglichkeiten, institutionelle Portfolios optimal auszurichten.
Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 4|2023