Absolut gespart...

Absolut|report 4|2014}
… wird nicht mit Superlativen, wenn es um die zunehmende Wichtigkeit des institutionellen Asset Managements geht. Gespart, aber nicht investiert wird nur von privaten Anlegern. Daher fließt immer mehr Kapital über Versicherungsprodukte und die betriebliche Altersvorsorge institutionellen Investoren zu, die ihrerseits diese Gelder an die Asset-Management-Industrie weiterreichen.

Diese Entwicklung ist grundsätzlich zu begrüßen. Das schwierige Kapitalmarktumfeld erlaubt es privaten Investoren kaum, eine sinnvolle, der Lebenssituation angepasste Asset Allocation zu tragbaren Kosten umzusetzen. Selbst institutionelle Investoren haben es schwer, das ihnen zufließende Kapital sinnvoll und ertragreich zu investieren. Daher haben wir eine Situation, in der alle in der Branche tätigen Parteien neue Wege beschreiten müssen.

Auf die zunehmende Notwendigkeit, institutionelle Portfolios breiter aufzustellen, in neue Asset-Klassen zu investieren oder über neue Investmentstrategien Risikoprämien aus diesen Asset-Klassen herauszulösen, habe ich an dieser Stelle immer wieder hingewiesen. Die Aktienquote vieler Versicherungen und Pensionskassen tendiert vielfach gegen null und gleichzeitig liegt die Rendite von Bundesanleihen bei 1 %.

Die Situation ist damit heute weitaus dramatischer als in der Vergangenheit. Institutionelle Investoren müssen nicht nur die neuen Gelder ertragreich anlegen – sie müssen dies auch in einem immer engeren regulatorischen Korsett umsetzen. Eine Diversifikation in neue Asset- Klassen und Segmente wie z. B. innovative Credit-Assets, ILS und alternative Strategien wird erschwert, Investments in Risikoaktiva wie Infrastruktur, Private Equity durch eine undifferenzierte Eigenkapitalunterlegung quasi abgewürgt. Ideen und Kreativität sind gefragt.

Daher sollte die interne Organisation auf neue Ideen ausgerichtet werden, und neue Kapazitäten müssen geschaffen werden. Der Gesetzgeber, das BMF und die Aufsicht müssen sich der großen Verantwortung, die bei den institutionellen Investoren liegt, bewusst sein. Diversifikation, kluge Anlageentscheidungen, sinnvolle Risikobegrenzungen und auch die Möglichkeit, Wege abseits der Masse zu gehen, sind der Schlüssel zu einer auskömmlichen zukünftigen Vermögenssituation von Millionen deutscher Bürger.

Dazu finden Sie im aktuellen Absolut|report natürlich innovativere Ideen als ein Sparschwein.

Michael Busack
Herausgeber


Ausgabe: Absolut|report 4|2014