Absolut(e) Return ...

Absolut|report 4|2010}
... wurde von institutionellen Investoren immer schon verlangt, sieht man sich deren massives Rentenportfolio an. Inzwischen verdrängt die Idee des Absolute Return sukzessive das Konzept der Relative Returns bei allen Kapitalanlagen, die mark-to-market bewertet werden müssen. Warum?

Kein Investor mit festen Verpflichtungen auf der Passivseite kann sich erlauben das Markt-Beta (relativ) zu einem Index zu tragen, der zwar vom Manager übertroffen werden kann, aber absolut durch hohe Verluste das Risikobudget in kurzer Zeit verbraucht. Die Asymmetrie, die bei der Erholung von größeren Verlusten auftritt, ist extrem hoch und führt aktuell dazu, dass insbesondere die vom Markt-Beta getriebenen Anlagen zurückgefahren und durch Alternativen ersetzt werden.

Absolute Return wiederum kann nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn Investoren und Asset-Manager ihre traditionellen Denkmuster verlassen und innovative Strategien, die aus den Werkzeugkästen der Hedgefonds stammen, aufgreifen. Ebenso wird es für die ursprünglich offshorebasierte Alternative-Investment-Industrie nur eine Wiederbelebung und ein starkes Wachstum geben, wenn sie ihre Strategien einem breiten Investorenkreis in regulierten und transparenten Produkten anbietet. Das bedeutet das Ende der Hedgefonds-Welt, wie wir sie kannten, ist aber gleichzeitig ein Neubeginn.

Die Möglichkeit, Short-Positionen einzugehen, das Marktexposure in den Asset-Klassen sehr variabel und nicht nur benchmarknah zu halten (d. h. auch einmal kein Exposure zu haben), weiterhin in alle Asset-Klassen zu investieren, alle Börsen und Finanzinstrumente zu nutzen, nun auch vermehrt Derivate einzubinden und alle denkbaren Investment- und Risikomanagementansätze zu verwenden, ist nichts anderes als das, was Hedgefonds immer gemacht und als Investmentphilosophie quasi erfunden haben. Nun geht (fast) alles auch im UCITS-Format.

Im Ergebnis streben diese Fonds für Anleger unabhängige und primär absolute Erträge an, was auch in Deutschland von den Investoren verlangt wird. Ob dies ausreichend erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Zumindest wird das Absolute-Return-Konzept nun State of the Art. Dass Absolute Return kein neuer Trend ist, zeigt Alexander Ineichen in seinem Artikel. Einen Überblick über den stark wachsenden Markt und die Performance dieser neuen UCITS-Fonds mit alternativen Investmentstrategien liefern wir Ihnen mit der Absolut Research-Analyse in diesem Heft. Brave New World? Urteilen Sie selbst!

Ihr Michael Busack
Herausgeber


Ausgabe: Absolut|report 4|2010