Absolut riskant...
...könnten Hedge-Fund-Investments für den unerfahrenen Privatanleger
ohne Erfahrung und Expertise sein. So das Postulat vieler
Aufsichtsbehörden weltweit angesichts immer größerer Nachfrage und immer
mehr Angeboten in diesem Bereich. Vor diesem Hintergrund ist die
US-Börsenaufsicht (SEC) aktuell dabei zu überprüfen, ob Kleinanleger vor
diesen Investments besser geschützt werden sollen. Nach einer
zweitägigen Expertenanhörung klang allerdings an, dass die SEC Hedge
Funds nicht generell als zu risikoreich für Privatinvestoren ansieht und
bestimmte Hedge Funds auch für den durchschnittlichen Privatinvestor
zulassen will. Vertreter des US-Kongresses äußerten allerdings schon
Bedenken, Hedge Funds zu stark zu regulieren.
Die US-Hedge-Fund-Branche geht nun davon aus, dass die SEC die Manager höchstens zwingen könnte, sich als "Investment Advisor" registrieren zu lassen. Dies ist generell zu begrüßen. Grundsätzlich sollte sich die Hedge-Fund- Industrie nicht gegen eine Regulation in bestimmten Bereichen wehren, wenn eine solche ihre Strategien und Investmentmöglichkeiten nicht einschränkt. Ein durch moderate Regulation zu erreichender Vertrauens- und Transparenzgewinn der Investoren ist wichtig und notwendig, weil die Industrie immer breitere Anlegerkreise anspricht und die Allokationen größer werden.
Trotzdem klang in den USA auch Kritik am aktuellen Interesse der SEC an den Hedge Funds an. Angesichts der extrem schlechten Ergebnisse der traditionellen Fonds in den USA und den vielfach positiven Ergebnissen, die Hedge Funds in den letzten drei Jahren erreichten, fragten sich viele Marktteilnehmer, ob es im Interesse der Kleinanleger sein kann, sie von diesen Produkten fernzuhalten. Vielleicht geht es in den USA bald mehr um die Frage der ?Demokratisierung? von Hedge-Fund-Investments als um die Probleme des Anlegerschutzes.
In Deutschland will man den Anlegerschutz zunächst über die Zulassung von Dachfonds-Produkten lösen. Wichtig wird sein, dass die in Deutschland zum öffentlichen Vertrieb zugelassenen Produkte nicht überreguliert werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass diese Produkte qualitativ schlechter sind als Produkte, die privat platziert werden können, bzw. ausländische Produkte aus dem EU-Raum besser abschneiden. Noch wichtiger ist es für institutionelle Investoren, bei der Auswahl von Produkten weitgehend frei zu sein, damit die gesamte Flexibilität und Qualität der internationalen Hedge- Fund-Industrie genutzt werden kann. Eine Einschränkung auf der Hedge- Fund-Produktebene wäre hier extrem kontraproduktiv für die Portfolio-Optimierung und wettbewerbsschädigend im europäischen Umfeld. Noch ist Deutschland nicht das Zentrum der Absolute-Return-Industrie.
Ihr Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 3|2003
Die US-Hedge-Fund-Branche geht nun davon aus, dass die SEC die Manager höchstens zwingen könnte, sich als "Investment Advisor" registrieren zu lassen. Dies ist generell zu begrüßen. Grundsätzlich sollte sich die Hedge-Fund- Industrie nicht gegen eine Regulation in bestimmten Bereichen wehren, wenn eine solche ihre Strategien und Investmentmöglichkeiten nicht einschränkt. Ein durch moderate Regulation zu erreichender Vertrauens- und Transparenzgewinn der Investoren ist wichtig und notwendig, weil die Industrie immer breitere Anlegerkreise anspricht und die Allokationen größer werden.
Trotzdem klang in den USA auch Kritik am aktuellen Interesse der SEC an den Hedge Funds an. Angesichts der extrem schlechten Ergebnisse der traditionellen Fonds in den USA und den vielfach positiven Ergebnissen, die Hedge Funds in den letzten drei Jahren erreichten, fragten sich viele Marktteilnehmer, ob es im Interesse der Kleinanleger sein kann, sie von diesen Produkten fernzuhalten. Vielleicht geht es in den USA bald mehr um die Frage der ?Demokratisierung? von Hedge-Fund-Investments als um die Probleme des Anlegerschutzes.
In Deutschland will man den Anlegerschutz zunächst über die Zulassung von Dachfonds-Produkten lösen. Wichtig wird sein, dass die in Deutschland zum öffentlichen Vertrieb zugelassenen Produkte nicht überreguliert werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass diese Produkte qualitativ schlechter sind als Produkte, die privat platziert werden können, bzw. ausländische Produkte aus dem EU-Raum besser abschneiden. Noch wichtiger ist es für institutionelle Investoren, bei der Auswahl von Produkten weitgehend frei zu sein, damit die gesamte Flexibilität und Qualität der internationalen Hedge- Fund-Industrie genutzt werden kann. Eine Einschränkung auf der Hedge- Fund-Produktebene wäre hier extrem kontraproduktiv für die Portfolio-Optimierung und wettbewerbsschädigend im europäischen Umfeld. Noch ist Deutschland nicht das Zentrum der Absolute-Return-Industrie.
Ihr Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 3|2003