Absolut gefährlich ...
… wird die Situation für viele Stiftungen in Deutschland, sollte die
Niedrigzinsphase weiter andauern. In der Öffentlichkeit wird viel über
die Probleme von Pensionseinrichtungen und Versicherungen gesprochen,
der Anlagenotstand der mehr als 20.000 Stiftungen in Deutschland, die
ein Anlagevolumen von über 100 Mrd. Euro verantworten, wird dagegen kaum
thematisiert. Zusammen stellen diese Stiftungen pro Jahr über 17 Mrd.
Euro an Stiftungskapital für soziale Zwecke zur Verfügung und sind damit
ein wesentlicher Bestandteil des ehrenamtlichen gesellschaftlichen
Engagements in der Bundesrepublik Deutschland.
Im aktuellen Marktumfeld jedoch schwinden die Erträge und die Situation wird immer dramatischer, sollten die Marktzinsen nicht wieder ansteigen. Nun könnte sich die lange vernachlässigte Professionalisierung der Kapitalanlage in der Stiftungslandschaft rächen. Getrieben vom Wunsch der Stifter, „Gutes zu tun“ und über die Förderung von Projekten zu sprechen, war die Kapitalanlage notwendiges Beiwerk, das von vielen Stiftungsgremien ohne institutionalisierten Auswahlprozess an Banken und externe Vermögensverwalter delegiert wurde. Eine interne Kompetenz wurde selten und wenn, dann von wenigen Großstiftungen aufgebaut, die entweder in der Lage waren, eine eigene strategische wie taktische Asset Allocation zu entwickeln bzw. umzusetzen oder die externen Dienstleister entsprechend auszuwählen und zu kontrollieren. Die große Masse aller Stiftungen wurde und wird in der Kapitalanlage heute nicht wirklich unabhängig und professionell geführt.
Das muss sich ändern. Das Gebot des Kapitalerhalts und der Fokus auf risikolose Zinsanlagen haben die Stiftungen in eine Situation gebracht, die dringend aufgebrochen werden muss. Dieter Lehmann, Anlagechef der Volkswagenstiftung, hat schon im Jahr 2012, im Absolut|report, auf die Herausforderungen für deutsche Stiftungen hingewiesen. Auch der Bundesverband Deutscher Stiftungen in Berlin unterstützt das Ziel, der Stiftungskapitalanlage einen entsprechend wichtigen Platz in der Stiftungsarbeit einzuräumen. Berenike Wiener, verantwortliche Abteilungsleiterin im Bundesverband Deutscher Stiftungen, kommentiert in dieser Ausgabe die aktuelle Situation aus Sicht des Verbandes. Das Thema muss ganz oben auf die Tagesordnung. Notwendig ist eine Gesamtinventur der institutionellen Rahmenbedingungen, d.h. der Governance, Anlagestruktur, Anlagerichtlinien und Asset Allocation. Es wird höchste Zeit.
Ihr Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 2|2014
Im aktuellen Marktumfeld jedoch schwinden die Erträge und die Situation wird immer dramatischer, sollten die Marktzinsen nicht wieder ansteigen. Nun könnte sich die lange vernachlässigte Professionalisierung der Kapitalanlage in der Stiftungslandschaft rächen. Getrieben vom Wunsch der Stifter, „Gutes zu tun“ und über die Förderung von Projekten zu sprechen, war die Kapitalanlage notwendiges Beiwerk, das von vielen Stiftungsgremien ohne institutionalisierten Auswahlprozess an Banken und externe Vermögensverwalter delegiert wurde. Eine interne Kompetenz wurde selten und wenn, dann von wenigen Großstiftungen aufgebaut, die entweder in der Lage waren, eine eigene strategische wie taktische Asset Allocation zu entwickeln bzw. umzusetzen oder die externen Dienstleister entsprechend auszuwählen und zu kontrollieren. Die große Masse aller Stiftungen wurde und wird in der Kapitalanlage heute nicht wirklich unabhängig und professionell geführt.
Das muss sich ändern. Das Gebot des Kapitalerhalts und der Fokus auf risikolose Zinsanlagen haben die Stiftungen in eine Situation gebracht, die dringend aufgebrochen werden muss. Dieter Lehmann, Anlagechef der Volkswagenstiftung, hat schon im Jahr 2012, im Absolut|report, auf die Herausforderungen für deutsche Stiftungen hingewiesen. Auch der Bundesverband Deutscher Stiftungen in Berlin unterstützt das Ziel, der Stiftungskapitalanlage einen entsprechend wichtigen Platz in der Stiftungsarbeit einzuräumen. Berenike Wiener, verantwortliche Abteilungsleiterin im Bundesverband Deutscher Stiftungen, kommentiert in dieser Ausgabe die aktuelle Situation aus Sicht des Verbandes. Das Thema muss ganz oben auf die Tagesordnung. Notwendig ist eine Gesamtinventur der institutionellen Rahmenbedingungen, d.h. der Governance, Anlagestruktur, Anlagerichtlinien und Asset Allocation. Es wird höchste Zeit.
Ihr Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 2|2014