Absolut umfassend ...

Absolut|report 2|2012}
...  sind die Anforderungen, die schon jetzt an institutionelle Investoren gestellt werden. Doch das ist erst der Anfang. Sie werden  in den nächsten Jahren weiter wachsen und Anleger und Asset-Management-Industrie vor bislang noch nicht realisierte Probleme stellen.
Warum?

Der Schock der Finanzmarktkrise hat sich tief in das Bewusstsein der Regulatoren und Gesetzgeber eingegraben. Die anstehenden Gesetze und Verordnungen, allen voran Solvency II für Versicherungen und Pensionskassen sowie die befürchtete Ausweitung auf die Träger der betrieblichen Altersvorsorge, sind der erste Schritt in eine „schöne neue Welt“ der vollständig regulierten institutionellen Kapitalanlage. Solvency II, vor der Krise erdacht, passt zu allem Unglück leider nur auf die alte Welt der Finanzmärkte und wird damit im aktuellen Umfeld zum unflexiblen Korsett.

Und verschärft das Ertragsproblem institutioneller Investoren: Im Zuge der ständig ausgeweiteten Risikomanagement-Anforderungen muss der institutionelle Investor weiterhin seine Kapitalverpflichtungen auf der Passivseite über die Aktivseite finanzieren. Diese wird jedoch immer heterogener, risikobehafteter und vom Ertragsniveau dramatisch niedriger. Der Wegfall des risikolosen Zinses bzw. die Niedrigverzinsung vermeintlich sicherer festverzinslicher Anlagen sind das schleichende Gift jeder Garantieverzinsung und realen Werterhalts.

Wir haben im Absolut|report vielfach auf die zu geringe Diversifikation und Flexibilität der institutionellen Kapitalanlage hingewiesen und diverse Alternativen aufgezeigt. Die besten Konzepte und Alternativen nützen jedoch nichts, wenn der institutionelle Rahmen, in dem professionelles Asset- und Portfolio-Management umgesetzt werden soll, an alten Strukturen klebt. Neben der Herausforderung, neue Asset-Klassen und Strategien aufzunehmen oder ESG-Kriterien zu berücksichtigen, sehe ich eine dringende Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für institutionelle Investoren umzugestalten und organisatorische – aber auch intellektuelle – Strukturen zu schaffen, in denen die zunehmenden Anforderungen ausbalanciert und Innovation und Verantwortung gemeinsam optimal umgesetzt werden können.

Ihr Michael Busack
Herausgeber


Ausgabe: Absolut|report 2|2012