Absolut dynamisch...

Absolut|report 2|2010}
... entwickeln sich Märkte, Finanzprodukte und Investmentideen nach der Finanzkrise – und vor allem die Meinungen dazu. In allen Formen und Ex- tremen werden sie von vermeintlichen Experten geäußert, aus populärem oder auch wissenschaftlichem Munde. Eines haben sie zum Leidwesen instituti- oneller Investoren aber gemeinsam: Sie widersprechen sich fast immer. Sie passen nicht zusammen. Mutieren im Laufe der Zeit zu einem Brei aus Un- verständlichem, der zu nichts mehr zu gebrauchen ist, keine Richtung auf- zeigt. In der Sprache der Finanztheorie würde man es „Rauschen" nennen. Zurück bleibt der Investor, der aktuell eigentlich eine genaue Analyse, einen scharfen Blick und eine klare Meinung haben bzw. gewinnen sollte: rein in Aktien, raus aus Bonds, rein in HY-Credit, raus aus IG-Credit, alles in Gold, mehr Alternatives, weniger Hedgefonds, mehr Absolute Return, warum nicht Real-Assets, aber keine Immobilien, Inflation ja, aber wann und wenn nicht jetzt, wann dann und wie viel oder doch, nur wo? Fest steht, dass für viele Investoren die Welt komplexer geworden ist. Vor allem, weil ein Dogma nach dem anderen fällt. Nach der Enttäuschung über die Performance des Aktienmarktes, dem Vertrauensverlust in bestimmte Ratings, dem positiven Korrelationsverhalten von Long-Beta-Asset-Portfolios im Stressszenario, dem Versagen der Preisbildung, dem Preisverfall von Immobilien, der Pleite bzw. der weiteren Pleitegefahr größter Finanztitel und deren Bonds nun zuletzt die reale Gefahr der Staatspleite eines Entwicklungs..., nein, eines EU-Mitgliedslandes, die Diskussion über die Pleite anderer EU-Staaten samt dem Untergang des Euro – das alles trägt nicht gerade zur Beruhigung der Investorenseele bei. Bewertungs- und Gegenparteirisiken, wohin man auch schaut. Es ist das perfekte Gruselkabinett der Finanzmärkte. Und dann kommen Politiker, die nun alles besser machen wollen als bei manch einer Landesbank. Vielen Dank, sagen sich da viele. Es gibt noch weitere Beispiele für den kollektiven Zusammenbruch der althergebrachten Normalität. Aber gibt es einen Ausweg aus diesem Irrgarten der Grausamkeiten? Ja! Verkaufen Sie alles und züchten Sie Schafe auf einer einsamen Insel im Südpazifik (die sollte nur dem steigenden Meeresspiegel aufgrund der Erd- erwärmung standhalten). Sollten Sie in drei Jahren nicht an der bislang noch unbekannten Schafgrippe bzw. einer Überdosis einer wenig getesteten Massen-Impfung gestorben sein, hatten Sie gewiss Zeit genug, die 54 Hefte des Absolut|report durchzulesen (die Sie natürlich immer dabei haben!), um dort die eine oder andere Idee für Ihr Portfolio zu entdecken. Wir sind sicher, Sie finden neue Perspektiven. Immer. Auch in diesem Heft.

Ihr Michael Busack
Herausgeber


Ausgabe: Absolut|report 2|2010