Absolut dynamisch...
... entwickeln sich Märkte, Finanzprodukte und Investmentideen nach der
Finanzkrise – und vor allem die Meinungen dazu. In allen Formen und Ex-
tremen werden sie von vermeintlichen Experten geäußert, aus populärem
oder auch wissenschaftlichem Munde. Eines haben sie zum Leidwesen
instituti- oneller Investoren aber gemeinsam: Sie widersprechen sich
fast immer. Sie passen nicht zusammen. Mutieren im Laufe der Zeit zu
einem Brei aus Un- verständlichem, der zu nichts mehr zu gebrauchen ist,
keine Richtung auf- zeigt. In der Sprache der Finanztheorie würde man
es „Rauschen" nennen. Zurück bleibt der Investor, der aktuell eigentlich
eine genaue Analyse, einen scharfen Blick und eine klare Meinung haben
bzw. gewinnen sollte: rein in Aktien, raus aus Bonds, rein in HY-Credit,
raus aus IG-Credit, alles in Gold, mehr Alternatives, weniger
Hedgefonds, mehr Absolute Return, warum nicht Real-Assets, aber keine
Immobilien, Inflation ja, aber wann und wenn nicht jetzt, wann dann und
wie viel oder doch, nur wo?
Fest steht, dass für viele Investoren die Welt komplexer geworden ist.
Vor allem, weil ein Dogma nach dem anderen fällt. Nach der Enttäuschung
über die Performance des Aktienmarktes, dem Vertrauensverlust in
bestimmte Ratings, dem positiven Korrelationsverhalten von
Long-Beta-Asset-Portfolios im Stressszenario, dem Versagen der
Preisbildung, dem Preisverfall von Immobilien, der Pleite bzw. der
weiteren Pleitegefahr größter Finanztitel und deren Bonds nun zuletzt
die reale Gefahr der Staatspleite eines Entwicklungs..., nein, eines
EU-Mitgliedslandes, die Diskussion über die Pleite anderer EU-Staaten
samt dem Untergang des Euro – das alles trägt nicht gerade zur
Beruhigung der Investorenseele bei.
Bewertungs- und Gegenparteirisiken, wohin man auch schaut. Es ist das
perfekte Gruselkabinett der Finanzmärkte. Und dann kommen Politiker, die
nun alles besser machen wollen als bei manch einer Landesbank. Vielen
Dank, sagen sich da viele. Es gibt noch weitere Beispiele für den
kollektiven Zusammenbruch der althergebrachten Normalität.
Aber gibt es einen Ausweg aus diesem Irrgarten der Grausamkeiten? Ja!
Verkaufen Sie alles und züchten Sie Schafe auf einer einsamen Insel im
Südpazifik (die sollte nur dem steigenden Meeresspiegel aufgrund der
Erd- erwärmung standhalten). Sollten Sie in drei Jahren nicht an der
bislang noch unbekannten Schafgrippe bzw. einer Überdosis einer wenig
getesteten Massen-Impfung gestorben sein, hatten Sie gewiss Zeit genug,
die 54 Hefte des Absolut|report durchzulesen (die Sie natürlich immer
dabei haben!), um dort die eine oder andere Idee für Ihr Portfolio zu
entdecken.
Wir sind sicher, Sie finden neue Perspektiven. Immer. Auch in diesem
Heft.
Ihr Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 2|2010
Ihr Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 2|2010