Absolut liquide ...

Absolut|report 2|2008}
... sollte für viele Investoren ein institutionelles Portfolio aufgebaut sein. Sicherheit der Kapitalanlagen und Transparenz der Preisbildung sprechen nach Ansicht vieler institutioneller Kapitalanleger für diesen Ansatz. Diese Sicherheit erweist sich oft als trügerisch. Auch die viel beschworene Transparenz auf Positionsebene steht zur Debatte. Die Subprime-Krise, zusammen mit den Marktvolatilitäten am Aktien- und Kreditmarkt, hat abermals gezeigt, dass Liquidität immer genau dann nicht vorhanden ist, wenn sich der Investor dies eigentlich wünscht.

Preise springen, Emotionen bestimmen die Entscheidungsfindung. Da nützt auch Transparenz wenig. Zu sehen, dass die Positionen sprunghaft an Wert verlieren und die von Risikomodellen errechneten Portfoliozusammenhänge aus dem Ruder laufen, ist nutzlos, wenn man nicht reagieren kann. Manche Investoren haben schon in der Vergangenheit erkannt, dass es gut sein kann auf Liquidität zu verzichten, da man sie in großem Maße kurzfristig ohnehin nicht benötigt und sich gleichfalls damit eine Prämie verdienen lässt. Illiquidere Hedgefonds und Private-Equity-Fonds können gelassener auf kurzfristige Marktbewegungen und Paniken reagieren, da sie nicht von ihren Investoren gezwungen werden können ihre Positionen zu verkaufen. Das ist ein entscheidender Vorteil, der aber von vielen Investoren in der Vergangenheit als negativ empfunden wurde. Jetzt denken manche schon anders darüber.

Die größten Universitätsstiftungen von Harvard, Yale und Stanford verfolgen seit Jahren einen Ansatz, der nicht nur das Thema Illiquidität, sondern auch die Multi-Asset-Klassen-Diversifikation betrifft. Bemerkenswert an den großen Stiftungen ist die Tatsache, dass sie damit seit vielen Jahren Renditen im zweistelligen Prozentbereich erzielen. Die Stiftungen haben in der Vergangenheit den Fokus ihrer Investments stark von Aktien und Renten in Richtung Alternative Investments verschoben; das jedoch bei einer sehr statischen Asset- Klassen-Aufteilung.

Diese gute Nachricht beleuchten wir im Absolut|report auch mit einem Artikel zum Thema "Naive Asset Allocation". Hier liegt der Schluss nahe, dass der Weg zu einem Multi-Asset-Klassen-Ansatz gar nicht so schwer sein muss. In unserem Investoren-Interview erhält das Thema aus Sicht eines Praktikers ebenfalls positive Resonanz. Natürlich reicht eine rein naive Auswahl der Asset-Klassen nicht aus. Die wirklichen Herausforderungen liegen in der Selektion der Produkte und Manager, die eine gute Performance erzielen müssen. Eine einfache Antwort auf die vielen Fragen, die die aktuelle Kapitalmarktkrise aufwirft, wird es nicht geben. Eines ist aber sicher: Ein diversifiziertes Portfolio unter Einbeziehung alternativer Asset- und Strategie- Bereiche wird die Krise besser bewältigen. Absolut!

Ihr Michael Busack
Herausgeber


Ausgabe: Absolut|report 2|2008