Absolut abwartend...
...nähert sich die Versicherungsindustrie der Thematik Absolute Return
und Hedgefonds. Das ist gut und schlecht zugleich. Gut, weil Vorsicht
bei jedem Risikoinvestment angebracht ist, das man noch nicht
vollständig versteht und auch, weil die Hedgefonds-Branche, wie auch die
Versicherungs-Industrie, sich keinen signifikanten Fehlgriff zu Beginn
erlauben sollte. Schlecht, weil mit jedem Zögern, sich in der
Asset-Allocation breiter aufzustellen, das Portfolio anfällig für
Aktienmarktrückschläge und Zinsänderungen bleibt, gleichfalls neue
Ertragsmöglichkeiten verschlossen bleiben und so die
Wettbewerbsfähigkeit nicht gestärkt wird. Daher sollten sich die
Investoren, auch mit Blick auf Vorbilder in anderen Ländern, die
erfolgreich alternative Investments in ihr Portfolio integriert haben,
nicht zu lange zögern, sich diesen neuen Investmentformen zu nähern, und
sei es auch nur mit ersten kleinen Allokationen. Was ist das Problem?
Vielfach werden die aufsichtsrechtlichen Anforderungen genannt.
Mit dem Rundschreiben 7/2004 hat die Aufsichtsbehörde in Abstimmung mit den Verbänden die Latte für Investments in diesen neuen Bereich hoch gelegt. Dies sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Inhalte des Rundschreibens durchaus umzusetzen sind, wenn die VAG-Investoren es wollen. Die Versicherungsindustrie in Deutschland ist, was das Thema angeht, gespalten. Unkenntnis und manches Vorurteil sind ebenso vorzufinden wie tiefes Verständnis und starke Zustimmung zu diesem Investment. Vielfach sind noch keine, teilweise aber schon jahrelange Erfahrungen mit realen Investments gesammelt worden. Wichtig wird es sein, das Rundschreiben für die Unternehmen noch klarer verständlich zu machen, damit sich die Verantwortlichen ein detailliertes Bild von den nötigen Vorkehrungen machen können.
Aktuell wird der Umfang der Anforderungen im R 7/2004 als Argument benutzt, dass sich der Aufwand für eine maximal zulässige Allokation von 5 % der Assets nicht lohne. Gleichfalls trifft das Thema natürlich nicht bei allen Vorständen auf positives Gehör bzw. der Vorstand scheut den Gang zum Aufsichtsrat, der dem Ganzen auch positiv gegenüberstehen muss. Vielfach wird es noch als Randthema übergangen. So gibt es häufig andere Gründe für die Zurückhaltung, die nichts mit der Anlageform selbst zu tun haben. Im Rahmen von Solvency II kann ein größerer Anteil alternativer Investments innerhalb der Risikokapitalquote zu einer verbesser ten Eigenkapitalallokation führen, wenn auf Portfoliorisiken abgestellt wird, was alleinig Sinn machen würde. Daher ist der aktive Umgang mit dem Thema Hedgefonds im Speziellen und ein Beginn des Lernprozesses bei diesen neuen Anlageformen von dringender Notwendigkeit für die Versicherungsindustrie.
Ihr Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 2|2005
Mit dem Rundschreiben 7/2004 hat die Aufsichtsbehörde in Abstimmung mit den Verbänden die Latte für Investments in diesen neuen Bereich hoch gelegt. Dies sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Inhalte des Rundschreibens durchaus umzusetzen sind, wenn die VAG-Investoren es wollen. Die Versicherungsindustrie in Deutschland ist, was das Thema angeht, gespalten. Unkenntnis und manches Vorurteil sind ebenso vorzufinden wie tiefes Verständnis und starke Zustimmung zu diesem Investment. Vielfach sind noch keine, teilweise aber schon jahrelange Erfahrungen mit realen Investments gesammelt worden. Wichtig wird es sein, das Rundschreiben für die Unternehmen noch klarer verständlich zu machen, damit sich die Verantwortlichen ein detailliertes Bild von den nötigen Vorkehrungen machen können.
Aktuell wird der Umfang der Anforderungen im R 7/2004 als Argument benutzt, dass sich der Aufwand für eine maximal zulässige Allokation von 5 % der Assets nicht lohne. Gleichfalls trifft das Thema natürlich nicht bei allen Vorständen auf positives Gehör bzw. der Vorstand scheut den Gang zum Aufsichtsrat, der dem Ganzen auch positiv gegenüberstehen muss. Vielfach wird es noch als Randthema übergangen. So gibt es häufig andere Gründe für die Zurückhaltung, die nichts mit der Anlageform selbst zu tun haben. Im Rahmen von Solvency II kann ein größerer Anteil alternativer Investments innerhalb der Risikokapitalquote zu einer verbesser ten Eigenkapitalallokation führen, wenn auf Portfoliorisiken abgestellt wird, was alleinig Sinn machen würde. Daher ist der aktive Umgang mit dem Thema Hedgefonds im Speziellen und ein Beginn des Lernprozesses bei diesen neuen Anlageformen von dringender Notwendigkeit für die Versicherungsindustrie.
Ihr Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 2|2005