Absolut gewandelt ...
… hat sich die Situation an den internationalen Kapitalmärkten. Und ich meine nicht die massiven, aber vielfach schon wieder kompensierten Verluste an den Aktienmärkten, deren Trendbruch ja schon fast überfällig war, sondern vor allem die Situation am Zinsmarkt.
Nichts hat den Investoren in den vergangenen Jahren so viel Rendite ins Portfolio gespült wie die sinkenden Zinsen. Einerseits war der Verlust eines risikofreien Zinses eine große Herausforderung, insbesondere für Pensionseinrichtungen mit fixer Passivseite. Andererseits konnten diese durch die Implementierung neuer Asset-Klassen und Anlagestrategien sowie eine breite internationale Diversifikation die durchschnittlichen Garantieleistungen trotzdem erbringen.
Der Mix aus steigenden Aktienkursen, noch guter durchschnittlicher Bestandsverzinsung und steigenden Anleihenkursen mit quasi eingebautem Zentralbank-Airbag war sicher einzigartig – und ist nun vorbei.
Durch die explosionsartig gestiegenen Zinsen hat Geld wieder einen Preis. Dass die Zentralbanken der Inflation (endlich) die Stirn bieten, sorgt für eine geänderte Ausgangslage. Insbesondere die Immobilienindustrie spürt die Veränderung. Das Wachstum der alternativen Assets wird einen Dämpfer erfahren, bis sich die angebotenen Renditen auf einem Niveau oberhalb der aktuellen Renditen von liquiden Investment-Grade-Bonds angesiedelt haben.
„Liquid Fixed Income“ ist zurück – ein mächtiger Spieler, insbesondere in Deutschland. 2023 wird viel Kapital in diese Asset-Klasse fließen, vor allem von Anlegern mit nominalen Verpflichtungen. Wer seinen Stakeholdern auch reale Wertzuwächse bescheren möchte, muss weiterhin in alle Asset-Klassen investieren, auch wenn die Risiken durch die höheren Renditeanforderungen eher größer werden. Diversifikation hilft, und wir liefern Ihnen dazu neue Perspektiven mit dieser ersten Ausgabe des Jahres.
Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 1|2023