Absolut beunruhigend ...

Absolut|report 1|2008}
... begann das neue Jahr für alle Investoren, die Ende 2007 ihre Aktienbestände nicht reduziert haben. Wie in meinem letzten Editorial angedeutet, begegnet man einem "Schwarzen Schwan" meistens unvorbereitet, so wie im Januar: Der Verkaufsdruck traf die Aktienmärkte mit einer Wucht, die jedem institutionellen Investor, der seine Kapitalanlagen in der Vergangenheit breiter diversifiziert hat, Recht gegeben hat. Wieder einmal sind alle Annahmen über normalverteilte Aktienmarktrenditen und beherrschbare Volatilitäten von der Realität widerlegt worden.

Die Notenbanken haben bereits im letzten Jahr der Subprime-Krise wegen die Zinsen gesenkt und reduzierten nun weiter, wodurch die Verluste der Investoren verstärkt wurden. Damit sind wir wieder bei der gefürchteten gleichlaufenden Kursbewegung, die eine Diversifikationswirkung der traditionellen Portfolios gegen Null tendieren lässt.

Auf der anderen Seite haben Alternative Investments - wieder einmal - ihren Job getan. Sieht man sich die sehr guten Ergebnisse der Absolute-Return-Manager bzw. deren Dachfondsportfolios an, so hat die Hedgefonds-Industrie auch im Januar ihrem Ruf als Crash-Protection alle Ehre gemacht. Nicht alle Strategien konnten hier positive Ergebnisse erzielen. Aber insbesondere die diversifizierten und für institutionelle Investoren vor allem relevanten Dach-Hedgefonds konnten ihre Verluste stark begrenzen und so signifikant zur Portfoliodiversifikation beitragen. Nach der Tech-Bubble, der Subprime-Krise und weiteren Stressszenarien an den Kapitalmärkten konnten diejenigen Manager am besten abschneiden, die mit einem professionellen Risikomanagement und vor allem flexiblen Anlagestrategien arbeiten. Dabei ist klar, dass hier nicht nur die reine Technik relevant ist, sondern das "Alpha" ebenso von den Fähigkeiten der Manager abhängt, die diese Techniken einsetzen. Das von Absolute-Return-Managern produzierte Alpha ist nicht beliebig skalierbar. Beim Wechsel zu diesen Managern ist es daher mit der strategischen Entscheidung nicht getan, eine sorgfältige Due Diligence ist vielmehr zwingend.

Das asymmetrische Risikoprofil der Hedgefonds-Strategien hat erneut dazu geführt, dass jedes Portfolio mit einem diversifizierten Hedgefonds-Bestand über die letzten Monate besser abgeschnitten hat als eines ohne. Aber auch Commodities haben Investoren sehr positive Ergebnisse gebracht. Die ABSund Private-Equity-Märkte müssen sich jedoch weiter von den Verwerfungen erholen. Auch bei den Alternativen geht es nicht immer nur in eine Richtung, hier ist ebenfalls auf Sorgfalt bei der Auswahl und auf eine gute Diversifikation des gesamten alternativen Portfolios zu achten. Der vorliegende Absolut|report bietet Ihnen dazu wieder viele neue Perspektiven!

Ihr Michael Busack
Herausgeber



Ausgabe: Absolut|report 1|2008