Absolut optimistisch...

Absolut|report 1|2006}
...gehen viele Anbieter alternativer Investments in das Jahr 2006. Beim Absolut|report laufen viele Stimmungen zusammen, und in den vielen Gesprächen der letzten Monate war eine wesentlich verbesserte positive Grundstimmung zu spüren, was die Absatzmöglichkeiten bzw. die Nachfrage institutioneller Investoren nach innovativen Asset-Management-Produkten betrifft. Die wieder positiven Aktienmärkte haben zwar bei dem einen oder anderen Investor dazu geführt, in die alte Denkweise zu verfallen und sich von anderen Alternativen erst einmal wieder abzuwenden, jedoch haben viele Investoren die Lektion der Jahre nach 2000 verstanden und richten ihr Portfolio neu aus. Hier gibt es noch einige interne Hürden zu überwinden, und die Lernkurve bei Hedgefonds, Private Equity und anderen innovativen Produkten ist auf der Vorstands- und Aufsichtsratsebene noch recht flach, wobei die Leiter der Kapitalanlagen auf der nachgelagerten Führungsebene schon sehr viele Informationen gesammelt haben und sich sukzessive in Richtung dieser Asset- und Strategie-Klassen bewegen. Allerdings ist jetzt noch ein weiterer Schritt zu tun, nämlich auch die erste Führungsebene und die Aufsichts- und Beiratsgremien von der Notwendigkeit der Alternative Investments als Diversifikationserweiterung und Quelle neuen Ertrags zu überzeugen. Hier kann manchem Investor nur externe Hilfe die Türen öffnen.
Die Notwendigkeit stabile Renditen bei gleichzeitiger Reduzierung des Ausfallrisikos zu erzielen nimmt von Tag zu Tag zu. Die Zeitungen sind voll davon, wie gering die garantierte Verzinsung von Rentenprodukten und Lebenversicherungen sind. Sie werden - aufgrund der einseitigen Ausrichtung der Versicherungen und Vorsorgeeinrichtungen auf festverzinsliche Wertpapiere . auch schwerlich davon loskommen, wenn sich die strategische Asset Allocation nicht mittel- bis langfristig ändert.
Die Risikotragfähigkeit der institutionellen Anleger in Deutschland kann nur wiederhergestellt werden, wenn die Kapitalanlagen den Aufbau stiller Reserven wieder ermöglichen. Um risikotragfähig zu werden müssen jedoch - so bitter es klingt - neue Risiken eingegangen werden, was das Unterfangen zusätzlich erschwert. Auf Entscheiderebene traut man sich daher noch nicht, die notwendigen Weichen in Richtung eines Multi-Asset-Klassen- bzw. Multi- Strategieklassen-Portfolios zu stellen.
Zwei Dinge stimmen optimistisch, dass sich ein Wandel langsam vollzieht. Zum einen sind die Argumente für ein diversifiziertes Vorgehen kaum mehr zu ignorieren, und bei allen Problemen haben viele Produkte gezeigt, dass sie halten können, was sie versprachen. Zum anderen zwingt der Markt die Investoren sich bald neu aufzustellen.
In März steht mit der SUPER HEDGE 2006 wieder das Industrie-Event der Hedgefonds-Industrie in Deutschland an. Ich freue mich, Sie dort zu treffen.

Ihr Michael Busack
Herausgeber



Ausgabe: Absolut|report 1|2006