Absolut gefordert ...

Absolut|report 05|2026}

… werden institutionelle Investoren in diesen Zeiten. Die Anforderungen an die Kapitalanlage wachsen seit Jahren schneller als die Ressourcen, die nötig wären, um sie zu bewältigen. Neue Assetklassen, regulatorische Vorgaben und ein verändertes Zinsumfeld binden Kapazitäten, die ohnehin knapp sind. Viele Häuser fragen sich daher, wie sie ihre Investmentfunktion künftig aufstellen wollen.

Nun kommt mit der Künstlichen Intelligenz ein Werkzeug hinzu, das Entlastung verspricht. Doch bevor die KI Prozesse vereinfacht, stellt sie selbst Anforderungen an saubere Daten, klare Verantwortlichkeiten, neues Know-how und nicht zuletzt auch Zeit. Über den Erfolg entscheidet nicht nur die Technologie, sondern die organisatorische Einbettung bei den Investoren.

Hinzu kommt die Frage, wie belastbar Modelle überhaupt sind. Ein Beitrag in dieser Ausgabe vergleicht Anlagemodelle mit Wahlprognosen und zeigt, unter welchen Voraussetzungen sie nützliche Aussagen liefern. KI ersetzt nicht das Urteilsvermögen, KI setzt es voraus.

Abwarten ist keine Option, wer sich der Entwicklung verschließt, fällt zurück. Auch die Auslagerung an Dritte, etwa an einen externen CIO, entbindet nicht von der Aufgabe, beurteilen zu können, was dort geschieht. Ohne eigene Kompetenz bleibt jede Kontrolle eine Formalität.

Die Professionalisierung der Kapitalanlage wird deshalb weitergehen müssen. Nicht trotz, sondern gerade wegen der KI. Das ist anspruchsvoll, aber auch eine Chance für alle, die jetzt in Wissen und Strukturen investieren.

Wir wünschen Ihnen viele neue Perspektiven mit dieser Ausgabe. Und freuen Sie sich schon jetzt auf unsere 25-Jahre-Jubiläumsausgabe im Dezember.

Michael Busack
Herausgeber




Ausgabe: Absolut|report 05|2026