Absolut gigantisch …
… war der größte Börsengang der Geschichte. Mit einem Volumen in zweistelliger Milliardenhöhe und einer Bewertung jenseits der Billionengrenze ist SpaceX an die Börse gegangen. Dass das Unternehmen zuletzt Milliardenverluste schrieb, trat dabei in den Hintergrund. Schon bald wird es vielmehr in zahlreichen Indizes vertreten sein.
Passives Investieren hat in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Die Logik ist bestechend: nicht auswählen, sondern den Markt abbilden – kostengünstig und breit gestreut. Doch diese Logik beruht auf einer stillen Annahme: Sie unterstellt, dass irgendjemand die eigentliche Bewertungsarbeit leistet. Die Preisbildung verlagert sich auf eine schrumpfende Gruppe aktiver Investoren, der passive Teil übernimmt sie schlicht.
Verstärkend wirkt die hohe Gewichtung einiger weniger Technologie- und KI-Werte. Eine ambitionierte Bewertung zieht passive Mittel an, diese heben den Kurs weiter – unabhängig von den Erträgen. Aus Größe wird Gewicht, aus Gewicht wird neue Größe.
Die spannende Frage ist nicht, ob passiv gut oder schlecht ist. Sie lautet vielmehr: Was geschieht mit der Preisbildung, wenn immer weniger Marktteilnehmer überhaupt noch den wahren Wert ermitteln, der sich dann im Preis widerspiegeln soll?
Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 03|2026