Absolut anspruchslos ...
… sind die Renditeziele vieler institutioneller Anleger in Deutschland, obwohl sie die Verantwortung für alle drei Säulen der privaten Altersversorgung mittragen.
Seit bald 25 Jahren zeigen wir mit unseren Publikationen neue Anlageperspektiven auf, die anhand globaler Diversifiizierung über verschiedene Assetklassen und Strategien höhere Renditen versprechen. Mir liegt sehr am Herzen, dass die Industrie einem – aus meinem Blickwinkel – optimalen Szenario näherkommt.
Viele Investoren springen leider nur so hoch, wie sie müssen, und nicht wie sie könnten. Das ist ein großes und unterschätztes Problem. Wir stehen in Deutschland vor einem Kollaps der staatlichen Rentenversicherung, die schon heute zu einem Drittel aus Steuergeldern finanziert wird. Die Bevölkerung investiert primär risikoavers, hat keine Eigenkapital- bzw. balancierte Risikokultur und schaut vor allem auf den Staat, statt einen eigenen Kapitalstock aufzubauen. Viele haben auch schlicht zu wenig freies Vermögen, um private Vorsorge zu betreiben.
Gleichfalls verhindert das vermeintliche Sicherheitsbedürfnis in Form der Fesseln der Garantieprodukte, insbesondere über Kapitallebensversicherungen, ein erfolgreiches Investment.
Die durchschnittliche Garantieverzinsung der LV-Industrie liegt aktuell bei unter 2,5%, den Anbietern reichen somit 3 – 3,5% um ihre Verpflichtungen zu erfüllen – nominal. Nach Abzug von Inflation, Kosten und Steuern wird die reale Rendite negativ. Unsere Nachbarn Norwegen, Schweden, Dänemark, Niederlande erzielen langfristige Renditen zwischen 6 und 8%. Das muss auch unser Ziel sein.
Wir brauchen einen radikalen Neubeginn in der institutionellen Kapitalanlage. Dringend!
Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 02|2026