11.09.2023 | Research

Zielkonflikt von CO2-Reduzierung und ESG im Portfolio

Noël Amenc, Felix Goltz und Antoine Naly von Scientific Beta haben in einem Research Paper den Zielkonflikt untersucht, der entsteht, wenn bei einem Portfolio mit CO2-Reduzierungsziel zusätzliche ESG-Kriterien berücksichtigt werden. Hierzu messen sie den Anstieg der CO2-Intensität, wenn ESG-Score-Ziele zusätzlich zu einem niedrigen Kohlenstoffintensitätsziel in globalen Aktienportfolios ergänzt werden.

Unter Verwendung von 25 verschiedenen ESG-Scores von drei großen Anbietern in einem globalen Aktienuniversum wird gezeigt, dass die Verringerung der CO2-Intensität durch das Hinzufügen von ESG-Zielen nahezu vollständig neutralisiert wird. Diese sogenannte Grüne Verwässerung ist unabhängig davon, welche ESG-Scores als Ziele angestrebt werden. Im Mittel beträgt die Verwässerung 92 %, was bedeutet, dass 92 % der Reduktion der CO2-Intensität, die Investoren mit dem alleinigen Ziel der Minimierung der CO2-Intensität hätten erreichen können, verloren gehen, wenn ESG-Scores als partielle Gewichtungsdeterminante hinzugefügt werden. Nur 8 % der angestrebten Kohlenstoffreduzierung wurden durch die Einbeziehung von ESG-Scores in die Portfoliogewichtung erreicht. Grund hierfür ist, dass ESG-Ratings wenig bis gar keinen Bezug zur CO2-Intensität haben, selbst wenn man nur die ökologische Säule der Ratings betrachtet.

Eine Alternative besteht darin, die beiden Ziele zu trennen, indem zunächst Aktien mit niedrigen ESG-Bewertungen herausgefiltert werden und die verbleibenden Aktien dann nach der CO2-Intensität gewichtet werden. Da beide Dimensionen nahezu unkorreliert sind, hat das Herausfiltern von Aktien nach ESG-Scores keinen Einfluss auf die Verteilung der CO2-Intensität des Aktienuniversums. Damit kann die Verwässerung der CO2-Reduzierung vermieden werden.
 


Quelle: Amenc, Goltz, Naly


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