25.11.2020 | Märkte

Wachstum finanzieller Vermögenswerte weltweit

Die Vermögenswerte der privaten Haushalte nahmen in den letzten Jahren weltweit zu, auch im Angesicht der Corona-Pandemie. Zu diesem Schluss kommen die Autoren eines Reports der Allianz, in dem die globale Entwicklung der finanziellen Vermögenswerte analysiert wurde.  
Private Haushalte erlebten 2019 das schnellste Wachstum ihrer finanziellen Assets seit der globalen Finanzkrise 2008. Die weltweiten Brutto-Vermögenswerte stiegen um 9,7 %, in Schwellenländern und Industrieländern gleichermaßen, auf 192 Bill. EUR. Erwartet wird, dass private Haushalte ihre infolge der Corona-Pandemie erlittenen Verluste trotz der vorherrschenden Rezession ausgleichen können. Am Ende des zweiten Quartals 2020 wurde ein Anstieg der Vermögenswerte von 1,5 % verbucht.


Quelle: Allianz

Spareinlagen stiegen um 18,7 % an und verzeichneten mit 3 Bill. EUR einen neuen Rekordwert. Vor allem nordamerikanische Haushalte waren mit 61 % der neuen Spareinlagen Treiber dieser Entwicklung. Die meisten Haushalte setzen auf Liquidität und Sicherheit, somit waren Bankeinlagen die beliebteste Art zu sparen. Der Anteil von Versicherungen und Pensionsplänen fiel 2019 auf 26 % im Vergleich zu 60 % nach der Finanzkrise.
Die Regionen mit dem schnellsten Anstieg (11,9 %) der Bruttofinanzvermögen im Jahr 2019 waren mit Abstand auch die reichsten: Nordamerika und Ozeanien. Das Wachstum in den Schwellenländern blieb im dritten Jahr in Folge hinter den industrialisierten Ländern zurück. Der Aufholprozess der Schwellenländer scheint in den letzten drei Jahren ins Stocken geraten zu sein.

Deutlich wird die Wohlstandslücke zwischen den verschiedenen Weltregionen, wenn die Vermögenswerte eines Haushalts in Beziehung zu dem entsprechendem BIP gesetzt und auf pro Kopf Basis verglichen werden. Zwar wuchs das Bruttofinanzvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2019 weltweit stärker als das BIP, um fast fünf Prozentpunkte, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß: In Australien nahmen die finanziellen Vermögenswerte um + 11,9% zu und übertrafen damit das nominale BIP-Wachstum um 8,4 Prozentpunkte, in Nordamerika betrug der Unterschied 7,1 Prozentpunkte und in Westeuropa 5,1 Prozentpunkte. In den anderen Weltregionen lag die Differenz zwischen zwei und drei Prozentpunkten.


Quelle: Allianz

Die Verbindlichkeiten stiegen global um 5,5 % im Jahr 2019 und damit etwas weniger als 2018 (5,7 %). Dennoch liegen sie über dem langfristigen Durchschnitt von +3,9 %.  Da die Verschuldung schneller anstieg als das globale BIP, verschob sich die Debt-Ratio (Verbindlichkeiten als Prozentsatz des BIPs) auf 65,1 %. Über die letzte Dekade hat sich die Verteilung der Verbindlichkeiten verändert. Während der Anteil der Entwickelten Märkte kleiner wird, fällt ein immer größer werdender Anteil auf Emerging Markets, insbesondere Asien mit 23,9 %. In Bezug auf die Verbindlichkeiten pro Kopf liegt die Region mit etwas mehr als 3.000 EUR jedoch deutlich unter dem Niveau der fortgeschrittenen Märkte (33.550 EUR).

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