Transmission von Geldpolitik durch Rohstoffpreise
Die Geldpolitik beeinflusst die Inflationsdynamik, indem sie sich auf eine Vielzahl von Rohstoffpreisen auswirkt, zeigt ein Research Paper des Internationalen Währungsfonds. Darin untersuchen die Autoren, wie wichtig der Rohstoffpreiskanal der Geldpolitik – insbesondere der US-Geldpolitik – quantitativ für die Inflation in den USA und weltweit ist, d.h. wie sich geldpolitische Schocks auf Rohstoffpreise auswirken und welche Rückwirkungen sich auf die Binnenwirtschaft und Spillover-Effekte auf die Verbraucherpreise in anderen Ländern entwickeln. Der Fokus der Arbeit liegt auf der US-Geldpolitik sowie in geringerem Umfang der EZB.
Für den Zeitraum 1990-2019 ergeben sich große und heterogene Reaktionen der Rohstoffpreise auf geldpolitische Schocks in den USA: In Folge einer Erhöhung des US-Leitzinses um 10 Basispunkte sinken nach 18 bis 24 Geschäftstagen die Preise für eine Reihe von Rohstoffen um 0,5 bis 2,5 %. Diese Effekte sind größer bei gut lagerfähigen und industriellen Rohstoffen. Für den Euroraum lassen sich nur Auswirkungen auf den Ölpreis nachvollziehen.

Quelle: Miranda-Pinto, Pescatori, Prifti, Verduzco-Bustos, 2023
Die Autoren analysieren auch die quantitative Bedeutung des Rohstoffpreiskanals der Geldpolitik auf die inländische und internationale Inflation bei Zeithorizonten von 6-36 Monaten. Sie zeigen, dass der Rohstoffpreiskanal der US-Geldpolitik relativ größere Spillover-Effekte auf andere Länder hat als Spillback-Effekte auf die USA. Während der Rohstoffpreiskanal für 41 % des gesamten Rückgangs des US-Verbraucherpreisindex (6 Monate) verantwortlich ist, macht er 66 % des gesamten Rückgangs des Preisindex für andere Länder aus. Der Einfluss der Rohstoffpreise auf die Kerninflation ist geringer und wird hauptsächlich von den Preisen für Basismetalle (insb. Kupfer) bestimmt.

Quelle: Miranda-Pinto, Pescatori, Prifti, Verduzco-Bustos, 2023
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