Technologische Unabhängigkeit Europas
Europa muss seine Forschungs-, Industrie- und Talentstärken schneller in skalierbare Wertschöpfung und belastbare Marktpositionen überführen. Eine Studie von Roland Berger ordnet KI-Systeme, Halbleiter und Rechenzentren zu den größten der 14 priorisierten Technologiefelder ein. Zusammen prägen sie mehr als die Hälfte eines bis 2040 auf 16 Bio. Euro geschätzten globalen Marktvolumens.
Europa verfügt laut Studie über eine starke Forschungsbasis und industrielle Kompetenzen, erzielt daraus bislang jedoch zu selten eine weltweite Skalierung. Fragmentierte Märkte, begrenztes Wachstumskapital und lange Entscheidungsprozesse erschweren den Aufbau großer Technologieunternehmen und die schnelle Kommerzialisierung. Die Studie empfiehlt daher eine gesamteuropäische Industriepolitik, eine Konzentration auf realistische Stärken entlang der Wertschöpfungsketten sowie größere, langfristig ausgerichtete Investitionen in Technologieinfrastruktur und industrielle Umsetzung.

Quelle: Roland Berger
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch ein im September 2026 veröffentlichter Aufruf zur Transformative AI Strategy unter Führung von Prof. Dr. Monika Schnitzer, LMU München. Er richtet den Blick auf konkrete Umsetzungs- und Handlungsfelder für europäische Institutionen und Mitgliedstaaten. Im Zentrum stehen der Zugang zu leistungsfähiger KI-Rechenkapazität, Halbleitern und Frontier-KI sowie die Absicherung dieser Ressourcen als Grundlage für wirtschaftliche Stärke, strategische Handlungsfähigkeit und Sicherheit. Europa beherbergt der Strategie zufolge rund fünf Prozent der globalen KI-Compute-Kapazität. Beschleunigte Genehmigungen, Netzanschlüsse und attraktive Standortbedingungen sollen deshalb den Ausbau von Rechenzentren auf europäischem Boden voranbringen.
Auch bei der Halbleiterwertschöpfung sehen beide Papiere strategische europäische Positionen. Roland Berger verweist insbesondere auf die Führungsrolle bei EUV-Lithografie und auf Kompetenzen in Industrie- und Automotive-Halbleitern. Die AI Strategy nennt darüber hinaus Zulieferer wie Zeiss und Trumpf und schlägt unter anderem eine Allianz von Mitgliedstaaten zur Sicherung kritischer KI-Lieferketten vor. Während Roland Berger eine übergeordnete Landkarte der technologischen Marktchancen bis 2040 zeichnet, ergänzt die AI Strategy diese um detailliertere Empfehlungen für Compute-Ausbau, Lieferkettensicherheit, institutionelle Handlungsfähigkeit und KI-Sicherheit.

Quelle: Schnitzer et al. (2026)
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf KI und Innovationen jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Equity Global Thematic. Insgesamt analysiert Absolut|ranking mehr als 16.000 aktive und passive Strategien von 2.000 Asset Managern, aufgeteilt auf 34 Assetklassen und Marktsegmente sowie mehr als 200 Universen. Individuelle Mandate und Spezialfonds können ebenfalls untersucht werden.