Tail-Risk-Absicherung mit günstigen Optionen
Poh Ling Neo von der Singapore University of Social Sciences und Chyng Wen Tee von der Singapore Management University entwickeln eine Absicherungsstrategie gegen Extremrisiken am Aktienmarkt, bei der statt teurer Indexoptionen günstige Aktienoptionen auf Einzeltitel zum Einsatz kommen. Diese müssen nicht notwendigerweise Unternehmen als Basiswert haben, die Teil des abzusichernden Portfolios sind. Dabei machen sie sich die Beobachtung zu Nutze, dass die Korrelation über verschiedene Aktien hinweg in turbulenten Marktphasen ansteigt.
Für den Zeitraum 1996 bis 2020 selektieren die Autoren für alle optionierbaren Aktien je eine OTM-Put-Option mit einem Delta von -10 % und einer Laufzeit von 6 bis 12 Monaten. Monatlich werden mit einem Risikobudget von 2 % die günstigsten 20 % dieser Optionen gleichgewichtet erworben. Dies ergibt ein Portfolio von durchschnittlich 90 Optionen, wovon 40 S&P-500-Konstituenten als Basiswert haben. Gegenüber einem S&P-500-Investment erhöht die Optionsstrategie der Autoren die Rendite um 0,4 %, wohingegen eine Absicherungsstrategie mittels (teurerer) Indexoptionen zu einer Reduzierung der Rendite um 2,17 % führt. Gleiches gilt, wenn die Sharpe Ratio betrachtet wird.

Quelle: Neo, Tee, 2023
Je nach Marktentwicklung werden drei Regime definiert: Up-Phasen, Dow-Phasen sowie Tail-Risk-Ereignis (Monate mit mindestens einem Tag mit einem Verlust von über 5 %). Für alle drei Regime erzielt die Optionsstrategie eine Outperformance gegenüber einem Absicherungsansatz mittels Indexoptionen. Offenbar ist die Absicherungsstrategie effektiv, obwohl nur ein Teil der Basiswerte des Optionsportfolios Teil des Long-Portfolios ist. Diese Ergebnisse bleiben auch dann robust, wenn zum Vergleich alternative Optionsstrategien herangezogen werden, die auf impliziter oder historischer Volatilität basieren.

Quelle: Neo, Tee, 2023
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