12.12.2023 | Märkte

Systematische Strategien für US Corporate Credit

Neben einer anhaltend attraktiven Kreditrisikoprämie bietet Public Corporate Credit im aktuellen Markt- und Wirtschaftsumfeld in den USA gute Anlagemöglichkeiten. Dies skizziert Acadian Asset Management in einem Kurzbericht und zeigt Vorteile systematischer aktiver Kreditstrategien als Allokationsmethode für institutionelle Investoren auf.
Der derzeitige Spread über Investment-Grade-Treasuries entspricht mit 122 Basispunkten dem langfristigen Median (134 Basispunkte). Bei Hochzinsanleihen liegen die Spreads bei knapp 400 Basispunkten, haben sich aber seit Jahresbeginn verengt und liegen unterhalb des langfristigen Medians. Die aktuellen Spreads werden angesichts der soliden Unternehmensbilanzen als besonders vorteilhaft angesehen. Die Zinsdeckungsquoten beider Universen liegen auf oder über den höchsten Niveaus der letzten Jahrzehnte, und das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA ist beim durchschnittlichen High-Yield-Unternehmen auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Diese Bedingungen sind ein Nebenprodukt des Niedrigzinsumfelds.
 


Quelle: Acadian (2023)


Der institutionelle Kreditmarkt ist in erster Linie ein aktiver und kein passiver Markt, da es trotz einer Vielzahl passiver Kreditvehikel nicht gelungen ist, einen breiten Index für Unternehmensanleihen abzubilden.

In diesem aktiven Bereich dominieren nach wie vor diskretionäre Strategien, da für die Anwendung systematischer Anlagekonzepte lange Zeit keine öffentlichen Transaktionsdaten zur Verfügung standen, die Modellierung von Wertpapieren mit unterschiedlichen Laufzeiten und Senioritäten sehr komplex ist und das Handelsumfeld traditionell manuell geprägt ist. Durch die Elektronisierung und Verfügbarkeit von Daten sowie der entsprechenden Infrastruktur wächst das Segment des systematischen aktiven Managements. Diskretionäre und systematische Strategien unterscheiden sich in den Kriterien für die Titelselektion, z.B. nach Sektoren, Ratings oder Markt-Timing, sowie in den verwendeten Metriken. Daher können systematische und diskretionäre Allokationen in einem Portfolio nebeneinander bestehen bzw. sich ergänzen.

 

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