12.11.2019 | Märkte

Stellungnahme der EIOPA zu Klimarisiken in Solvency II

Die EIOPA hat sich in einer Stellungnahme zur Integration von Klimarisiken in das Solvency-II-Rahmenwerk geäußert. Dabei wird zwischen der Bewertung von Vermögensgegenständen und den Eigenkapitalanforderungen unterschieden. So rät die EIOPA dazu, Sensitivitäts- und Szenarioanalysen durchzuführen, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Bewertung von Vermögenswerten im Zeitverlauf zu bewerten, und es sollten Strategien zur Minderung der mit diesen Unsicherheiten verbundenen Risiken festgelegt werden. Dabei sollten mindestens historische Verlustdaten in Kombination mit wissenschaftlicher Literatur herangezogen werden.


Quelle: EIOPA

Hinsichtlich der Eigenkapitalanforderungen sieht die EIOPA gegenwärtig keine Anhaltspunkte dafür, dass der Solvency-II-Rahmen Investitionen in nachhaltige Vermögenswerte behindert oder befördert. Die EIOPA ist aber der Ansicht, dass Immobilien-, Aktien- und Spread-Risiken am wahrscheinlichsten vom Klimawandel betroffen sein werden. In Bezug auf das Immobilienrisiko sind jedoch detailliertere Daten erforderlich, um das Risikoprofil verschiedener Arten von Immobilien zu berechnen, gibt die EIOPA zu bedenken. In Bezug auf das börsennotierte Aktienrisiko kommen die EIOPA-Analysten zu dem Schluss, dass sich das Risikoprofil nachhaltiger Aktien nicht wesentlich von anderen Aktien unterscheidet. Auch in Hinblick auf das Spread-Risiko verlangt die EIOPA granularere Daten, um die verschiedenen Risikoprofile zu bewerten. Allerdings behält sich die EIOPA vor, künftig zwischen herkömmlichen und sogenannten "brown" Assets zu unterscheiden, sofern die Datengrundlage verschiedene Risikoprofile zeigt.

Ebenfalls begrüßt die EIOPA die Etablierung einer Taxonomie und die Bemühungen die Transparenz und Qualität von ESG-Ratings und -Kennzahlen durch politische Einflussnahme zu erhöhen.

 

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