06.02.2024 | Märkte

Regulierung von Kryptowährungen

Seit dem Start von Bitcoin im Jahr 2009 sind zahlreiche Kryptowährungen entstanden und der Markt gewinnt stetig an Dynamik. Damit rückt auch die Frage der Regulierung in den Fokus, die die Deutsche Bundesbank in einem Bericht erörtert.
Ziel der Regulatoren ist es, Risiken für die Finanzstabilität zu begrenzen, den Verbraucherschutz zu stärken und gleichzeitig Innovationen nicht zu behindern. Dabei wird der Grundsatz verfolgt, dass der wirtschaftliche Charakter der jeweiligen Transaktion im Mittelpunkt steht, und es wird von der verwendeten Technologie abstrahiert. Zum einen soll das Kryptosystem an sich reguliert werden, zum anderen sollen mögliche Ansteckungsrisiken zwischen dem Kryptosystem und dem traditionellen Finanzsystem eingedämmt werden.

Die EU hat mit MiCAR (Markets in Crypto-Assets Regulation) ein umfassendes Regelwerk für das Kryptowährungssystem geschaffen, das sich an Emittenten von Kryptowährungen und Dienstleister richtet, um Anleger zu schützen. Dabei unterscheidet MiCAR explizit zwischen (i) verschiedenen Aktivitäten im Zusammenhang mit der Emission und dem Angebot von Kryptowährungen und (ii) Dienstleistungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen.
 


Quelle: Deutsche Bundesbank (2023)


Während sich MiCAR direkt an die Akteure im Kryptowährungssystem richtet, hat der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht einen international harmonisierten Standard für das Engagement von Banken im Kryptowährungssystem entwickelt, der allerdings nur Mindestanforderungen enthält. Den einzelnen Jurisdiktionen bleibt es unbenommen, Kryptowährungen grundsätzlich zu verbieten, das Engagement von Banken in diesem Bereich einzuschränken oder strenger zu regulieren.
 


Quelle: Deutsche Bundesbank (2023)


Neben den beschriebenen Standards ermöglicht das Gesetz über elektronische Wertpapiere (eWpG) die elektronische Ausgabe von Inhaberschuldverschreibungen, Pfandbriefen und Anteilen an Sondervermögen, indem der Emittent die Eintragung in ein elektronisches Wertpapierregister veranlasst.
Da sich der Markt sehr dynamisch entwickelt, wird sowohl für MiCAR als auch für den Baseler Standard bereits geprüft, inwieweit die Anforderungen angepasst werden.

 

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