15.09.2025 | Märkte

Reformbedarf in der deutschen Altersvorsorge

Das Flossbach von Storch Research Institute hat die Zukunftsfähigkeit der Altersvorsorge in Deutschland untersucht. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das traditionelle Drei-Säulen-Modell aus gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersversorgung und privater Vorsorge den Anforderungen einer alternden Gesellschaft und schwächelnden Wirtschaft noch gerecht werden kann.

Die gesetzliche Rente bildet die Basis der Alterseinkünfte vieler Deutscher, im Jahr 2023 lieferte diese 53 % des Einkommens der über 65-Jährigen. Über eine Betriebsrente verfügten lediglich 30 % der über 65-Jährigen, bei den privaten Renten waren es weniger als 10 %. 


Quellen: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Flossbach von Storch Research Institute

Eine niedrige Geburtenrate und eine steigende Lebenserwartung verschlechtern weiterhin das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern. Zwar verhindert derzeit die Migration einen Rückgang der Bevölkerung, doch reicht die Integration in den Arbeitsmarkt nicht aus, das Verhältnis zu verbessern. Hinzu kommen ein stagnierendes BIP und Produktivität seit 2018, eine rückläufige Industrieproduktion sowie negative Realzinsen, die den Vermögensaufbau erschweren.

Der Bericht weist darauf hin, dass die ältere Generation seitens der Politik alimentiert wird und durch den Versuch, betriebliche und private Altersvorsorge staatlich zu lenken, Bürokratie erzeugt wird, welche die Sparer mit Renditeverlusten bezahlen. Andere Industrieländer haben stärker auf kapitalbildende Systeme gesetzt, die substanzielle Investments in Aktien erlauben, etwa die 401(k)-Pläne in den USA. 

Neben regulatorischen Anpassungen gehört zu einer Reform der Altersvorsorge auch ein Umdenken der Bevölkerung bei der Auswahl der Kapitalanlagen. In Deutschland verlassen sich weiterhin viele Menschen auf das Sparbuch, allerdings verschieben sich die Präferenzen zunehmend. Insbesondere jüngere Menschen legen vermehrt in Aktien und Aktienfonds an


Quellen: OECD, Flossbach von Storch Research Institute

Der Autor fordert einen breiten gesellschaftlichen Konsens über die Rolle von Staat und Individuum. Drei Reformrichtungen stehen im Vordergrund: Der Umbau der gesetzlichen Rente zur demografiefesten Basisabsicherung gegen Altersarmut. Die Stärkung kapitalgedeckter betrieblicher und privater Vorsorge. Und die Förderung von Wirtschaftswachstum als dem Fundament einer tragfähigen Alterssicherung. Konkrete Maßnahmen umfassen u.a. eine perspektivische Basisrente, ein höheres Renteneintrittsalter, mehr Transparenz in der bAV sowie schlankere Regulierung für private Vorsorgeprodukte.


Absolut Research unterstützt institutionelle Investoren bei der Bewertung von Mandaten und der Selektion neuer Asset Manager mit der monatlich erscheinenden Publikationsreihe Absolut|ranking und den 360-Grad-Analysen (Peer-/ Benchmark-/ Factor-/ Asset-Flow-Analysen). Insgesamt analysiert Absolut|ranking mehr als 16.000 aktive und passive Strategien von 2.000 Asset Managern, aufgeteilt auf 36 Assetklassen und Marktsegmente sowie mehr als 200 Universen. Individuelle Mandate und Spezialfonds können ebenfalls untersucht werden.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Rente"
zurück