Private-Debt-Fonds liefern Anlegern nach Gebühren kein Alpha
Im Durchschnitt liefern Private-Debt-Fonds ihren Investoren nach Gebühren keine signifikante risikoadjustierte Überrendite gegenüber öffentlichen Marktanlagen. Das zeigt ein Research Paper von Isil Erel, Thomas Flanagan und Michael Weisbach. Die Autoren untersuchen, ob Private-Debt-Fonds nach Gebühren und Risikoanpassung höhere Renditen als vergleichbare Public-Market-Investments erzielen. Dafür nutzen sie cashflowbasierte Methoden und bilden replizierende Portfolios aus öffentlich gehandelten Anleihe- und Aktienbenchmarks, die die Auszahlungen der Fonds nachbilden. Untersucht werden Private-Debt-Fonds, die zwischen 1992 und 2015 aufgelegt wurden.
Daraus ergeben sich drei zentrale Ergebnisse. Erstens erzielen Private-Debt-Fonds für ihre Investoren nach Gebühren und Risikoadjustierung keine signifikante Überrendite gegenüber vergleichbaren börsennotierten Anlagen. Dies impliziert, dass die Nettoperformance der Fonds im Durchschnitt nahe dem liegt, was Anleger für die übernommenen Risiken erwarten können.
Quelle: Erel, Flanagan, Weisbach, 2026
Das zweite Kernergebnis lautet, dass die Resultate stark davon abhängen, welche Risiken berücksichtigt werden. Werden ausschließlich Kredit- und Zinsrisiken einbezogen, erzielen die Fonds ein Alpha von 4,2 Prozent. Die Autoren erklären diesen Unterschied damit, dass Private-Debt-Fonds nicht nur Fremdkapital halten, sondern auch in Eigenkapital und eigenkapitalähnliche Instrumente investieren. Vor diesem Hintergrund müssen auch Equity-Risiken in die Risikoanpassung einfließen.
Drittens zeigt sich, dass die Private-Debt-Fonds vor Kosten auch bei Berücksichtigung von Credit- und Aktienrisiken eine Outperformance erwirtschaften. Diese Brutto-Überrendite liegt bei rund 4,0% und entspricht ungefähr dem, was General Partners über Management Fees und Carried Interest vereinnahmen. Die Autoren interpretieren dies so, dass die Performance ausreicht, um Risiken und Gebühren zu decken, nach Kosten jedoch für Limited Partners keine signifikante Überrendite verbleibt.
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