Präferenzbasiertes Modell zur Bewertung von Assets
Ein Team um Thomas M. Idzorek von Morningstar hat in einem Research Paper ein neues Modell zur Bewertung von Assets vorgeschlagen, welches Vorteile gegenüber den klassischen Ansätzen CAPM und APT bringen soll, die beide auf sehr restriktiven bzw. unrealistischen Annahmen basieren.
Das Popularity Asset Pricing Model (PAPM) ist ein Multi-Faktor-Modell, welches auf dem Prinzip der Popularität aufbaut und sowohl die Risiko- als auch die Nicht-Risiko-Dimensionen von Assets bepreisen kann. Der Kerngedanke hinter der Popularität ist, dass sich bestimmte Eigenschaften auf die Preise von Assets auswirken, wenn sie bei genügend Anlegern beliebt oder unbeliebt sind. Assets mit beliebten Eigenschaften, etwa bei ESG-Kriterien, sind teurer – mit niedrigeren erwarteten Renditen. Wenn sich die aggregierten Präferenzen ändern, kann dies dazu führen, dass Anlagen mit den beliebten/unbeliebten Merkmalen in Zeiten veränderten Geschmacks vorübergehend schlechtere/bessere Renditen aufweisen.
Im PAPM haben Anleger eine Vielzahl von Risiko- und Nicht-Risiko-Präferenzen, z. B. in Bezug auf Liquidität oder verschiedene ESG-Engagements, sowie abweichende Überzeugungen über erwartete Renditen und Risiken (Uneinigkeit), die sich beide auf die Preise auswirken. Jeder Investor optimiert seine Allokation unter Berücksichtigung der individuellen Präferenzen. Dies wird aggregiert, um die Nachfrage nach jedem Asset zu bestimmen, mit dem Angebot gleichgesetzt, und so die Gleichgewichtspreise berechnet.

Quelle: Idzorek, Kaplan, Ibbotson, 2023
Es werden zwei Varianten des Modells vorgestellt. Der erste Ansatz geht von unterschiedlichen Präferenzen aus, aber nimmt homogene Erwartungen an (keine Uneinigkeit). Das zweite Modell erlaubt Uneinigkeit, was zu Fehlbepreisungen führen kann und damit das Potenzial für aktives Management eröffnet. Die Autoren vergleichen die Modellergebnisse mit dem CAPM und der APT und zeigen, wie sich unterschiedliche Präferenzen und Erwartungen im Modell auf die Asset-Preise auswirken.
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