Performance von Trendfolgestrategien: Effekt der Trendsensitivität
Man AHL hat in einer kurzen Analyse untersucht, wie die Performance von Trendfolgeansätzen von der Sensitivität bzw. Reaktionszeit, in der Trends identifiziert werden, abhängt. Diese reichen von sehr hoher (4 Wochen) bis sehr geringer Sensitivität (24 Wochen). Getestet wird die Performance anhand der 50 liquidesten Futures- und FX-Forward-Märkte im Zeitraum 1995 bis 2022. Die Risikoallokation erfolgt dabei gleichmäßig über die vier Asset-Klassen Aktien, Anleihen, FX und Rohstoffe. Es zeigt sich, dass die risikoadjustierte (Brutto-)Rendite bei langsameren Frequenzen zunimmt, wobei ein Trade-off mit der Schiefe besteht, da diese bei geringerer Frequenz sinkt. Hintergrund ist, dass Modelle mit schnellerer Adaption Verluste schneller begrenzen, wenn sich ein Trend umkehrt. Dies reduziert das Extremrisiko, wohingegen Gewinne weiterlaufen können.

Quelle: Man
Angesichts positiver Renditen und geringer Korrelation der Trendfolgemodelle untereinander sollten diese Diversifikationsvorteile durch das parallele Investment in alle Sensitivitäten gleichzeitig abgeschöpft werden. Es stellt sich die Frage, welche Sensitivität welches Gewicht erhalten sollte. Aufgrund geringerer Korrelation zu klassischen Asset-Klassen sollten auch die höheren Frequenzen nicht vernachlässigt werden, obwohl sie eine geringere Sharpe Ratio aufweisen. Gerade in Krisenzeiten können schnelle Frequenzen höhere Krisen-Alphas erwirtschaften. Die Autoren empfehlen daher, gerade dann, wenn der Fokus auf einem solchen Krisen-Alpha liegt, ihre Strategie und die Performance regelmäßig und in kurzen Intervallen zu evaluieren.

Quelle: Man
Höherer Frequenz stehen entsprechende Transaktionskosten gegenüber, was die Sharpe Ratio reduziert, die Schiefe-Eigenschaften aber weitgehend unverändert lässt. Vor diesem Hintergrund ist die effektive Umsetzung der Strategien ein Schlüssel zum Erfolg. Abschließend integrieren die Autoren verschiedene Trend-Ansätze in klassische 60/40-Portfolios. Alle Varianten reduzieren die Drawdowns des Portfolios. Eine höhere Gewichtung schnellerer Frequenzen verstärkt diesen Effekt der Risikominderung.
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