28.10.2019 | Research

Passive Investments und M&A-Erfolg in Deutschland

Mit einem zunehmendem Anteil von passiven Investoren sinkt die Erfolgwahrscheinlichkeit von Übernahmeangeboten für börsennotierte Aktiengesellschaften. Dies zeigt eine Forschungsarbeit von drei Autoren der HHL Leipzig School of Management, in der mehr als 300 Übernahmeversuche für deutsche Aktiengesellschaften von 2006 bis 2018 analysiert wurden. Da Indexfonds und ETFs eine bestimmte Benchmark abbilden, besteht für sie wenig Anreiz ihre Aktien anzubieten, wenn ein Index-Unternehmen, Ziel eines Übernahmeangebots wird.


Quelle: Dobmeier, Lavrova, Schwetzler (2019), Auszug Tabelle 4.3

Die Autoren untersuchen daraufhin das Verhalten von Indexfonds und ETFs in diesen Fällen. Es zeigt sich, dass rund 75 % ihre Aktien bei einem Übernahmeversuch nicht anbieten. In den übrigen Fällen boten diese passiven Investoren ihre Aktien an und wählten daraufhin einen anderen Weg der Replikation, bspw. über Derivate. Mit Blick auf den Erfolg von strategischen Käufen zeigt eine OLS-Regression, dass ein um eine Standardabweichung erhöhter Anteil von "passiven" Eigentümern den Anteil der Aktien, die der Bieter schließlich gewinnen konnte, um 4,5 Prozentpunkte reduzierte. Der Effekt steigt auf 9,9 Prozentpunkte für Übernahmen bei denen der Bieter eine Startbeteiligung von weniger als 30 % aufweist (toehold). Die Autoren schlussfolgern, dass mit steigender Bedeutung von Indexfonds und ETFs der Markt für Unternehmenskontrolle und strategische Stimmrechte tendenziell geschwächt wird.
 

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