Marktliquidität im Corona-Jahr
Amundi widmet eine kurze Analyse der diesjährigen Liquiditätssituation an den Märkten und den Auswirkungen auf die Portfoliokonstruktion. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass nicht dagewesene Schocks der Realwirtschaft zu extrem schnellen Liquiditätsverengungen an den Kapitalmärkten führen können, wovon nicht nur risikobehaftete, sondern auch risikofreie Assets betroffen wären. Derivate können in einer solchen Situation eine Liquiditätsquelle darstellen und Zentralbanken sind als Buyer of Last Resort in der Lage bei der Wiederherstellung des Marktes zu helfen.

Quellen: MarketAxess, Amundi
Angesichts der Zentralbankaktionen sind die Märkte in der Post-Corona-Zeit noch stärker mit Makro-Liquidität geflutet als zuvor. Dennoch bleibt die Liquidität anfällig hinsichtlich Marktbewegungen und idiosynkratischen Nachrichten. Die Situation ist durch eine Loslösung der Finanzmärkte von der Realwirtschaft gekennzeichnet, wobei Investoren Makro-Risiken für die Finanzmarktliquidität nicht unterschätzen sollten. Hierzu zählen etwa eine zweite Corona-Welle oder geopolitische Risken.
Bei der Berücksichtigung von Liquidität in der Portfoliokonstruktion sind drei wesentliche Aspekte zu beachten: Erstens die Unterscheidung zwischen Makro- und Marktliquidität. Erstere wird auf Ebene der Zentralbankbilanzen ermittelt, wohingegen Letztere als Möglichkeit zur Ausführung größerer Orders mit nur geringen Preisauswirkungen angesehen wird. Zweitens ist Liquidität nicht nur ein Risiko, sondern auch eine Chance: Anleger mit entsprechenden Reserven können in engen Marktphasen Alpha-Quellen erschließen. Drittens ist nicht jedes gelistete Asset auch ein liquides und vice versa.
Investoren sollten trotz der umfangreichen Makro-Liquidität das Management von Liquiditätsrisiken nicht vernachlässigen und die Trade-offs berücksichtigen. Da die Liquidität von Assets im Zeitverlauf schwankt, sollten Investoren nicht von dauerhaft liquiden Assets ausgehen, sondern angemessene Annahmen bei der Portfoliokonstruktion treffen, die vollständig in diese integriert sind. Dies geht mit großem Aufwand bei der Datenerhebung einher.
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