Managerwechsel und Toleranz bei Underperformance
Ein Team um Amit Goyal von der Université de Lausanne untersucht in einem Research Paper, aus welchen Gründen institutionelle Investoren ihre Asset Manager wechseln und wie lange sie eine Underperformance tolerieren. Das Paper basiert auf einer Umfrage unter 218 institutionellen Investoren aus 22 Ländern mit zusammen 4,1 Billionen US-Dollar Assets under Management. Als Gründe für Managerwechsel werden zu geringe oder erhöhte Risikonahme, organisatorische Änderungen beim Manager und Veränderungen in der Asset-Allokation genannt. Wichtigstes Kriterium ist allerdings eine Underperformance.
Im nächsten Schritt werden die Investoren befragt, wie lange sie eine Underperformance ihrer Manager hinnehmen, bevor das Mandat beendet wird. Bei (kotierten) Aktienmandaten sind fast zwei Drittel der Anleger bereit, eine Underperformance für drei Jahre oder länger zu tolerieren. Etwas geringer ist dieser Anteil bei Fixed Income und Hedgefonds (56 bzw. 50 %).

Quelle: Goyal, Tol, Wahal, 2023
Die Autoren untersuchen, welche Faktoren die Toleranz der Investoren bei Underperformance beeinflussen. Über alle drei Asset-Klassen hinweg zeigt sich ein negativer Zusammenhang bei Verwendung einer Multi-Faktor-Benchmark. Das impliziert, dass eine höhere Genauigkeit bei der Performance-Messung den Investoren erlaubt, bei schwacher Performance weniger tolerant zu sein. Weiterhin besteht ein Einfluss der Region, in der der Anleger ansässig ist. Nordamerikanische Investoren sind etwa toleranter als Anleger aus anderen Regionen.

Quelle: Goyal, Tol, Wahal, 2023
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