Makro-sensitive Portfolios zur Absicherung von Risiken
Nicht bepreiste Faktoren wie beispielsweise Branchen- oder makroökonomisches Exposure weisen zwar keine langfristige Risikoprämie auf, aber können kurzfristig einen deutlichen Einfluss auf die Performance von Assets haben. Michael Aked von Scientific Beta hat in einem Research Paper mehrere makroökonomisch relevante Variablen definiert und breite Aktienportfolios konstruiert, die entweder positiv oder negativ auf unerwartete Veränderungen dieser Variablen reagieren. Diese können dabei helfen, das Portfolio gegen Makro-Risiken wie Inflation abzusichern.
Die vier relevanten Makro-Variablen sind die kurzfristigen Zinsen, Term Spread, Default Spread und erwartete Inflation. Über eine Regression bestimmt der Autor das Exposure einzelner Aktien gegenüber den vier Variablen. Anschließend werden jeweils ein Long- („Plus“) und ein Short-Portfolio konstruiert. Dabei erzielt das Long-Portfolio bei einer unerwarteten positiven Veränderung der Variable eine Outperformance, das Short-Portfolio bei einer unerwarteten Verschlechterung.
Beispielhaft untersucht der Autor die Eigenschaften des Inflation-Plus-Portfolios. Üblicherweise wird der negative Einfluss von Inflation auf nominelle Assets wie Anleihen durch die Beimischung von Pro-Inflation-Assets gelindert, etwa Aktien des Finanzsektors oder Rohstoff-Futures. Es zeigt sich, dass das Inflation-Plus-Portfolio in den Wochen mit den größten unerwarteten Inflationssteigerungen eine Überrendite gegenüber dem US-Gesamtmarkt von 9,6 % erzielt. Bei den größten Inflationsrückgängen ergibt sich hingegen eine Underperformance von 4,4 % p.a. Der bedingte Spread, definiert als die Differenz der relativen Performance des Portfolios zwischen den Zeiträumen mit positiven und negativen Überraschungen, beträgt daher 14 % p.a., bei einem Tracking Error von 3,4 % p.a. Bei traditionellen Inflations-Assets, etwa Aktien des Finanzsektors, lässt sich kein derartiger Spread nachweisen. Rohstoffe bieten zwar einen beeindruckenden Spread von 41 % p.a., doch ist dies mit einem hohen Risiko verbunden. Daher ist das Inflation-Plus-Portfolio eine robuste Alternative, um ein Aktien- oder ein breiteres Multi-Asset-Portfolio vor Veränderungen der Inflations zu schützen.

Quelle: Aked, 2023
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