15.07.2024 | Märkte

Langfristige Veränderungen der globalen Energiemärkte

PGIM hat einen Bericht über die Entwicklung der globalen Energiesysteme veröffentlicht, die von drei zentralen Themen beeinflusst wird.

1. Eine zuverlässige Energieversorgung ist entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung und wird von den meisten Ländern als wesentlicher Aspekt der nationalen Sicherheit angesehen.

2. Trotz der Energiewende decken fossile Brennstoffe immer noch 80 % des weltweiten Energiebedarfs und werden auch in den kommenden Jahrzehnten eine wichtige Rolle spielen.

3. Elektrifizierung ist ein wesentlicher Bestandteil der Dekarbonisierung. Erstens reduziert sie die direkte Nutzung fossiler Brennstoffe. Zweitens ist Strom die einzige Energieform, die ohne nennenswerte CO2-Emissionen erzeugt werden kann, insbesondere durch Solar-, Wind-, Wasser- und Kernkraftwerke.


Zunahme des Anteils der Primärenergieträger am weltweiten Energieverbrauch

Quelle: PGIM (2024)


Derzeit entfallen 20 % des weltweiten Energieverbrauchs auf Elektrizität. Dieser Anteil wird bis 2050 voraussichtlich um die Hälfte ansteigen, was durch den zunehmenden Einsatz digitaler Technologien noch beschleunigt wird. Da es keine Energiequelle gibt, die die Anforderungen an Umweltfreundlichkeit, gesicherten Zugang und zuverlässigen, kostengünstigen Strom optimal erfüllt, müssen bei allen Energiequellen Kompromisse hinsichtlich der Regelbarkeit, d. h. der Fähigkeit, Strom nach Bedarf zu erzeugen, der Bezahlbarkeit von Energie und der erzeugten CO2-Emissionen eingegangen werden.


Anteil der Energiequellen an der globalen Stromerzeugung

Quelle: PGIM (2024)


Zu den Implikationen für Anleger gehört, dass die Nachfrage nach erneuerbaren Energien und somit auch die Investitionen steigen werden. Darüber hinaus hat die Stromerzeugung aus alternativen Energiequellen erheblich zugenommen, während die Entwicklung der Speicher- und Übertragungsinfrastruktur langsamer voranschreitet, was Infrastrukturinvestitionen zu einem kritischen Bestandteil der Energiewende macht.

Angesichts der vielen widersprüchlichen Anforderungen durch ESG-Ziele und Regulierung empfehlen die Autoren, gemeinsam mit den wichtigsten Stakeholdern einen klaren Rahmen für den Investmentansatz, die Metriken und den Entscheidungszeitraum zu definieren. Dabei sollten verschiedene Ansätze für die Portfoliogestaltung in Betracht gezogen werden, bspw. eine Nettoreduzierung des Portfolios oder temperaturorientierte Modelle.


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