16.03.2026 | Studie

KI-Integration in der europäischen Finanzbranche

Die europäische Finanzbranche setzt auf künstliche Intelligenz, allerdings eher langsam und ungleich. Dies zeigt eine Umfrage der ESMA unter über 700 Asset Managern, KVGen, Banken und Dienstleistern aus 19 EU-Ländern, durchgeführt im Sommer 2025. Knapp die Hälfte der befragten Finanzmarktteilnehmer nutzte KI weder produktiv noch in der Entwicklung. Besonders kleine Unternehmen hinken hinterher: 65 % haben keinerlei aktive oder geplante KI-Anwendungen. Große Player hingegen sind deutlich weiter: 96 % setzten KI bereits ein oder planten dies konkret. 


Quelle: ESMA

Der Ausblick ist branchenweit positiv. Sieben von zehn Unternehmen erwarten, ihre KI-Ausgaben zwischen 2025 und 2027 zu steigern. Die Motivation dahinter ist primär Effizienz, nicht Wachstum: Der erwartete Umsatzzuwachs durch KI liegt im Schnitt bei nur 1,2 von 5 möglichen Punkten, während der erwartete Kosteneinsparungseffekt durch generative KI 2,1 Punkte erreicht. Inhaltlich konzentrieren sich die meisten Anwendungen auf administrative Aufgaben im Backoffice – allen voran das Zusammenfassen und Erstellen von Texten sowie interne Assistenzsysteme. Kerninvestmentfunktionen wie algorithmischer Handel oder Portfoliooptimierung spielen bislang eine untergeordnete Rolle. 77 % der KI-Anwendungen arbeiten mit geringer Autonomie und erfordern menschliche Freigabe.


Quelle: ESMA

Als größte Risiken nennen die Unternehmen Datenschutz (59 %), Datenqualität (55 %) sowie sogenannte Halluzinationen der KI-Modelle (51 %). Hinzu kommt eine ausgeprägte Abhängigkeit von wenigen externen Anbietern: Microsoft ist für fast die Hälfte der Befragten der wichtigste KI-Dienstleister, gefolgt von OpenAI mit 20 % und AWS mit 8 % – nahezu ausschließlich Unternehmen aus Nicht-EU-Ländern.


Mit dem Thema KI und Quant im institutionellen Asset Management beschäftigt sich auch die aktuelle Spezialausgabe 06|2025 des Absolut|report.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Künstliche Intelligenz"
zurück