Informationsbeschaffung von Investmentfonds
Boone Bowles von der Texas A&M University und Adam Reed von der University of North Carolina haben in einem Research Paper den Zusammenhang zwischen Informationsbeschaffung und Performance bei Investmentfonds untersucht. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf dem Vergleich von Long- und Short-Positionen der Fonds. Im ersten Schritt prüfen die Autoren, ob die Investoren für Long- oder Short-Positionen mehr Informationen beschaffen. Es zeigt sich, dass die Fonds bei Long-Investments 10 % mehr Informationen über die Holdings sammeln als bei Titeln, in die sie nicht investieren. Für Short-Positionen sind es analog 15 %. Beim Vergleich von Long und Short sind diese 5 Prozentpunkte auch statistisch signifikant.

Quelle: Bowles, Reed, 2023
Aufgrund der Tatsache, dass Shorts mit größerem Risiko behaftet sind und höhere Kosten verursachen als Long-Positionen vermuten die Autoren, dass sie auch eine höhere Rendite liefern. Dies kann bestätigt werden: Risikoadjustiert generieren Long-Positionen eine Rendite von 30 Basispunkten im Quartal, bei Shorts sind es 100 Basispunkte.
Interessant ist, dass innerhalb des Samples von Short-Positionen ein negativer Zusammenhang von Informationsbeschaffung und Rendite besteht: Eine Verdoppelung des Niveaus der Informationsbeschaffung durch das Management geht mit einer 54 Basispunkte höheren risikoadjustierten Rendite der Aktie im Quartal einher – was bei Short-Positionen entsprechend die Rendite des Asset Managers negativ beeinflusst. Es kann gezeigt werden, dass nicht die Informationsbeschaffung selbst für die Fonds kontraproduktiv ist. Vielmehr ist es so, dass die Manager bei Aktien, die sie als klar überbewertet einschätzen, weniger Aufwand für die Informationsbeschaffung betreiben. Bei überbewerteten Aktien, die mit geringerer Unsicherheit behaftet sind, werden 10 % weniger Informationen beschafft als bei anderen Short-Positionen.
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