Goodwill impairment europäischer Unternehmen
Die Abschreibungen von Firmenwerten sind seit 2018 kontinuierlich angestiegen. Das geht aus einer Analyse von Duffs & Phelps hervor, in der die Entwicklungen der Firmenwertabschreibungen in Europa untersucht wurden. Der Analyse liegen finanzielle Daten der im STOXX Europe 600 Index enthaltenen Unternehmen zwischen 2015 und 2019 zugrunde.
Der untersuchte Zeitraum ist charakterisiert von ökonomischer Unsicherheit. Die meisten großen Volkswirtschaften verzeichneten 2018 und 2019 ein verlangsamtes Wachstum, mit einem realen BIP der Eurozone von 1,3 %, dem niedrigsten Niveau seit 2013. Als Folge der Angst vor einem wirtschaftlichen Abschwung erreichten Firmenwertabschreibungen europäischer Unternehmen 2019 den höchsten Stand seit 2015 und wuchsen um 18% von 30,8 Mrd. Euro 2018 auf 36,4 Mrd. Euro an. Die Anzahl der Wertminderungsereignisse stieg um 7 % von 118 im Jahr 2018 auf 126 im Jahr 2019. Gleichzeitig wuchs der durchschnittliche Abschreibungswert je Ereignis um 11 % von 261 Mio. Euro auf 298 Mio. Euro im gleichen Zeitraum. Der Trend setzte sich auch im Jahr 2020 weiter fort.

Quelle: Duffs & Phelps
Die M&A-Aktivitäten im Jahr 2019 waren gemischter Natur: Das Deal-Volumen ist um 5 % angewachsen, der Deal-Wert geschlossener M&A-Transaktionen fiel um knapp 80% in der Eurozone. Die weitergefasste EU verzeichnete einen Rückgang sowohl im Deal-Wert (zwei Drittel) als auch Deal-Volumen (1 %).
Sechs der zehn analysierten Branchen verbuchten erhöhte Firmenwertabschreibungen. Der höchste Anstieg von Firmenwertabschreibungen wurde bei Finanzen und Immobilien (9,6 Mrd. Euro auf 17,2 Mrd. Euro), Basiskonsumgütern (1,2 Mrd. Euro auf 7,5 Mrd. Euro) und Energie (1,5 Mrd. Euro auf 3,2 Mrd. Euro) festgestellt. Das massive Anschwellen der Abschreibungen in der Finanzbranche kann darauf zurückgeführt werden, dass sie am stärksten von der weltweit abschwächenden Wirtschaft sowie von der anhaltenden Niedrigzinsphase betroffen war. Zusätzlich belastete die Unsicherheit hinsichtlich Brexit einige der europäischen Finanzinstitute.

Quelle: Duffs & Phelps
Großbritannien wies 2019 mit 19,3 Mrd. Euro die höchste aggregierten Abschreibungssumme aus, eine dreifache Steigerung seit 2018 (7,1 Mrd. Euro). In Deutschland wuchsen die Abschreibungen mit dem ökonomischen Wachstumsstillstand um 30 % auf 5,9 Mrd. Euro.
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