Globale Einflüsse auf Inflationsentwicklung
Günes Kamber (IWF) und Benjamin Wong (Monash University) haben in einem Researchpaper untersucht, welchen Einfluss globale Schocks auf die Trendinflation und Inflationslücke haben. Trendinflation ist definiert als langfristig erwartete Inflation, die Inflationslücke ist die kurzfristige Abweichung von tatsächlicher Inflation und Trendinflation. Unter Verwendung eines Factor-Augmented-Vector-Autoregression-Modells zeigen die Autoren zunächst, dass ausländische Schocks (z.B. Rohstoffpreise, BIP-Wachstum in verschiedenen Industrieländern und Industrieproduktion) nur geringen Einfluss auf die Trendinflation haben. Untersucht werden 28 Industrie- und Schwellenländer. Anders sieht dies beim Inflation Gap aus: Hier können globale Faktoren beträchtlichen Einfluss haben.

Quelle: Kamber, Wong, 2019
Eine detailliertere Auswertung der Einflüsse einzelner Faktoren zeigt, dass Rohstoffpreisänderungen einen Großteil dieses globalen Einflusses auf kurzfristige Änderungen der Inflationsrate erklären können. Dies gilt sowohl für Industrie- als auch Schwellenländer. In den Schwellenländern, in denen globale Faktoren auch einen spürbaren Einfluss auf die Trendinflation haben, kann dies ebenfalls zu einem großen Teil auf die Rohstoffpreise zurückgeführt werden. Tendenziell betrifft dies insbesondere Staaten, die Rohstoffexporteure sind.

Quelle: Kamber, Wong, 2019
Dass die Trendinflation in den Schwellenländern stärker von globalen Faktoren beeinflusst wird als bei den Industrieländern, kann auf Ausbreitungseffekte zurückgeführt werden, die in institutionellen Strukturen oder unterschiedlichen politischen Maßnahmen begründet liegen.
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