Förderung des Venture-Capital-Marktes in Europa
Die im Vergleich zu den USA unterentwickelte Venture-Capital-Branche in Europa hemmt Produktivität und Wachstum, zeigt ein Working Paper des Internationalen Währungsfonds. In der EU machten die VC-Investments in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich rund 0,3 % des BIP aus, weniger als ein Drittel des Volumens in den USA. Ein Grund für das geringe Volumen der Start-up-Finanzierungen ist das stärker auf Bankfinanzierungen basierende System in Europa. Diese sind weniger für diese Rolle geeignet, da Start-ups geringere Sicherheiten bieten, die Risikomodelle der Banken sowie die Anforderungen an Schuldendienst und Kreditlaufzeiten nicht gut auf schnell wachsende, aber zunächst unrentable Unternehmen abgestimmt sind und die Regulierungs- und Aufsichtsfaktoren risikoreiche Engagements nicht begünstigen. Ein weiterer Faktor ist die Fragmentierung des europäischen Marktes.
Financial Market Structure

Quellen: Arnold, Claveres, Frie (2024); EZB; Federal Reserve; EBA; IWF
Die Autoren empfehlen Maßnahmen auf der nationalen Ebene, um die VC-Branche zu stützen. Hierzu zählen Steuervorteile bei Eigenkapitalinvestments in Startups und die Förderung der Entwicklung des VC-Sektors durch öffentliche Finanzinstitute. Der Abbau regulatorischer und steuerlicher Hemmnisse und die Entwicklung privater und Säule-II-Pensionsfonds könnten ebenfalls zur Erweiterung der Kapitalpools beitragen.
Auch auf EU-Ebene wird Spielraum für die Verbesserung von Maßnahmen und Instrumenten gesehen. Perspektivisch wären eine Vertiefung des Binnenmarktes und die Verringerung der Fragmentierung der Aktienmärkte sinnvoll, was jedoch Zeit erfordert. Eine Feinabstimmung der Regeln für größere VC-Fonds sowie für Versicherer, die in diese investieren, wäre ebenfalls hilfreich. Kurzfristig könnte die Erweiterung der Kapazitäten und Instrumente des Europäischen Investitionsfonds (EIF) und der Europäischen Investitionsbank (EIB) dazu beitragen, mehr Mittel in VC-Wachstumsfonds zu leiten. Insbesondere der EIF könnte Dachfonds entwickeln, die darauf abzielen, institutionelle Anleger aus der EU in grenzüberschreitende Finanzierungen großer VC-Fonds mit EU-weiter Ausrichtung einzubinden.
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