Einfluss von Faktor-Investing auf Renditen von Anomaliefaktoren
Jihong Song von der Princeton University untersucht in einem Research Paper, ob ein höherer Anteil institutioneller Smart-Beta-Investoren die Renditen von Marktanomalie-Faktoren beeinflusst. Dabei werden sieben Anomalien betrachtet, Profitability, Investment, Momentum, Earnings Quality, External Financing, Distress und Earnings Surprise, die im Analysezeitraum 1982 bis 2021 alle ein signifikant positives Alpha erzielt haben. Das quartalsweise FF-3-Alpha lag zwischen 1,14 und 2,24 %.

Quelle: Song, 2023
Basierend auf 13F-Berichten misst der Autor den Anteil der Smart-Beta-Investoren in den einzelnen Faktoren. Im Querschnitt der Aktien führte ein Anstieg des Anteils der Smart-Beta-Investoren um 1 Standardabweichung zu einer Reduzierung der durchschnittlichen Rendite-Prognostizierbarkeit um 13,5 %. Dies gilt insbesondere für den Zeitraum ab 2003; ein Long/Short-Quintils-Ansatz, der auf einen Composite der sieben Anomalien abzielt, erzielte ein Alpha von 1,8 % im Terzil der Aktien mit dem geringsten Anteil an Smart Beta-Investoren. Im Terzil mit dem höchsten Anteil an Smart-Beta-Anlegern (SBIO) waren es dagegen statistisch insignifikante -0,2 %. Das heißt, mit zunehmender Nachfrage faktororientierter Anleger, die Anomalien ausnutzen, reduziert sich das Mispricing und damit die mögliche Faktorrendite.

Quelle: Song, 2023
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