Do-Nothing-Portfolios vs. S&P 500
Bei klassischen, passiven Indexinvestments werden Aktien, die aus dem getrackten Index herausfallen, üblicherweise ersetzt. Hendrik Bessembinder von der Arizona State University untersucht in einem Research Paper sogenannte Do-Nothing-Portfolios, die aus Bestandteilen des S&P 500 gebildet und über ein-, fünf- oder zehnjährige Halteperioden unverändert gehalten werden. Aktien, die während dieser Zeit aus dem Index ausscheiden, werden nicht durch neue Indexmitglieder ersetzt; nur bei einem Delisting wird der Erlös bis zum Periodenende in kurzfristigen US-Treasuries angelegt. Der Autor betrachtet den Zeitraum 1971 bis 2025 und vergleicht unter anderem anfänglich gleichgewichtete und nach Marktkapitalisierung gewichtete Portfolios, Portfolios aus den größten Indexwerten sowie konzentriertere Portfolios aus zufällig ausgewählten Indexmitgliedern.
Im Fokus steht die Frage, wie solche Portfolios im Vergleich zum S&P 500 abschneiden und welche Rolle Gewichtung, Portfoliobreite und die Auswahl großer Einzelwerte für die Renditen spielen. Es zeigen sich vier zentrale Ergebnisse:
- Do-Nothing-Portfolios erzielten mit anfänglicher Gleichgewichtung über ein-, fünf- und zehnjährige Halteperioden im Durchschnitt höhere Renditen als Portfolios, deren Startgewichte sich an der Marktkapitalisierung der jeweiligen S&P-500-Bestandteile orientierten. Bei einjährigen Halteperioden lag die arithmetische Durchschnittsrendite bei 14,0 gegenüber 12,7%.
Quelle: Bessembinder, 2026
- Cap-weighted Do-Nothing-Portfolios erreichen im Durchschnitt nahezu die Rendite des S&P 500.
- Portfolios aus den größten Indexwerten entwickelten sich zuletzt zwar überdurchschnittlich, über die gesamte Periode war dies jedoch untypisch. Bei jährlich neu gebildeten Do-Nothing-Portfolios wuchs ein US-Dollar in einem Portfolio aus allen S&P-500-Bestandteilen bis Ende 2025 auf 361 US-Dollar, während ein Portfolio aus den jeweils zehn größten Aktien 270 US-Dollar erreichte.
- Zufällig ausgewählte Portfolios aus 100, 50, 25, 5 oder einem einzelnen S&P-500-Titel erzielten im Durchschnitt zwar indexnahe Renditen, schlugen den Index aber in weniger als der Hälfte der Fälle. Besonders deutlich zeigt sich dies bei einzelnen Aktien: Ein zufällig ausgewählter Einzeltitel lag nur in 47,6% der Einjahreszeiträume, 46,1% der Fünfjahreszeiträume und 41,5% der Zehnjahreszeiträume vor dem Index.
Quelle: Bessembinder, 2026
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