19.05.2025 | Märkte

Entwicklung bei Healthcare-Investments in Deutschland

Auf dem deutschen Healthcare-Investmentmarkt zeichnete sich 2024 eine leichte Erholung ab. Einer Analyse von BNP Paribas Real Estate zufolge stieg das Transaktionsvolumen um 6,4 % auf rund 1,2 Mrd. Euro – liegt damit aber weiterhin 51 % unter dem langjährigen Durchschnitt. Belastend wirkten vor allem schwierige Finanzierungsbedingungen, erhöhtes Betreiberrisiko und eine rückläufige Neubautätigkeit.


Entwicklung des Healthcare-Investmentvolumens



Quelle: BNP Paribas Real Estate


Im vierten Quartal wurde mit rund 440 Mio. Euro das höchste Quartalsvolumen seit Ende 2022 verzeichnet. Dieses wurde jedoch maßgeblich durch eine Einzeltransaktion im Pflegesegment in Höhe von rund 300 Mio. Euro getragen – die einzige im Berichtsjahr über 100 Mio. Euro. Die Konsolidierung im Pflegesegment setzte sich damit weiter fort.

Pflegeimmobilien bilden weiterhin die größte Sub-Assetklasse im Healthcare-Segment und führten 2024 mit einem Marktanteil von 61 %. Trotz eines leichten Anstiegs gegenüber dem Vorjahr bleibt das absolute Transaktionsvolumen mit 712 Mio. Euro deutlich unter dem zehnjährigen Durchschnitt von rund 1,7 Mrd. Euro. Gesundheitsimmobilien (z. B. Ärztehäuser oder medizinische Versorgungszentren) steigerten ihren Anteil deutlich auf 30 % und erreichten ein Transaktionsvolumen von 346 Mio. Euro – ein Zuwachs von 69 % im Vergleich zum Vorjahr. Das durchschnittliche Dealvolumen sank auf 22 Mio. Euro (10-Jahres-Durchschnitt: 30 Mio. Euro), was auf eine kleinteiligere Marktstruktur hindeutet.


Healthcare-Investments nach Assetklassen
 


Quelle: BNP Paribas Real Estate


Neubauaktivitäten blieben stark eingeschränkt und sanken auf einen Anteil von 6,8 %. Hohe Baukosten, ein schwieriges Finanzierungsumfeld und Insolvenzen auf Betreiberseite führten dazu, dass fast ausschließlich selektiv in Core-Lagen investiert wurde – häufig im Rahmen von Joint Ventures mit Value-Add-Investoren.

Trotz struktureller Herausforderungen bleibt die Assetklasse insgesamt attraktiv. Die demografische Entwicklung sorgt für wachsenden Bedarf, während stabile Cashflows und eine geringe Konjunkturabhängigkeit die Resilienz des Segments stärken. Reha-Kliniken gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung: Sie rücken verstärkt in den Fokus institutioneller Investoren, nicht zuletzt aufgrund ihrer diversifizierten Refinanzierungsmodelle und ihrer Rolle in der medizinischen Versorgung. Die Nettorendite für Pflegeimmobilien blieb stabil bei 4,90 %. Für 2025 wird eine moderate Marktbelebung erwartet – gestützt durch potenzielle Zinssenkungen und weitgehend abgeschlossene Bewertungskorrekturen.

 

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