07.09.2020 | Research

Auswirkungen institutioneller Anteilseigner auf Aktienkurse

Angesichts der Zunahme des Anteils der von institutionellen Investoren gehaltenen Aktien wurden in einem NBER Working Paper die Auswirkungen institutionellen Ownerships auf Aktienpreise analysiert. Die Autoren können zwei wesentliche Auswirkungen identifizieren: Erstens geht ein höherer Anteil institutioneller Investoren auf Einzeltitelebene mit steigender Volatilität einher: Steigt der Anteil der 10 größten institutionellen Investoren um eine Standardabweichung, führt dies zu einer Erhöhung der Volatilität um 16 % einer Standardabweichung. Dieser Zusammenhang besteht nicht nur auf täglicher Basis, sondern auch auf wöchentlicher, monatlicher und quartalsweiser. Es wird gezeigt, dass der Anstieg der Volatilität nicht eine Folge effizienterer Preisfindung ist, sondern von Liquiditätsschocks. Die Preisfindung ist also ineffizienter. Zweitens nehmen in Phasen von Marktstress mit steigendem Anteil institutioneller Anteilseigner die Drawdowns zu, während in normalen Marktphasen keine derartigen Effekte nachgewiesen werden können.


Quelle: Ben-David, Franzoni, Moussawi, Sedunov, 2020

Im nächsten Schritt werden die Gründe für diese beiden Effekte untersucht. Es besteht bei großen Asset Managern eine gewisse Granularität, verschiedene Sub-Abteilungen desselben Asset Managers – verschiedene Fonds desselben Anbieters weisen folglich positiv korrelierte Flows auf. Werden einzelne institutionelle Anleger von einem idiosynkratischen Schock betroffen sind, ist die Diversifikationswirkung verschiedener Subfonds geringer als wenn diese Produkte von verschiedenen Anbietern verwaltet würden. Ein weiterer Grund dürfte auch sein, dass verschiedene Portfolioverwalter innerhalb eines Unternehmens von einer gemeinschaftlich genutzten Research-Abteilung beeinflusst werden. Weiterhin handeln institutionelle Großanleger größere Positionen, wodurch auch größere Preis-Impacts ausgelöst werden.


Quelle: Ben-David, Franzoni, Moussawi, Sedunov, 2020


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