08.07.2025 | Research

Allokationspotenziale von Emerging-Market-Debt

Lokale Schwellenländeranleihen sind aktuell so günstig bewertet wie zu Beginn der 2000er Jahre. Das bietet institutionellen Investoren erhebliches Potenzial für die Portfoliodiversifikation. João Gabriel Giesta de Mello Fernandes und Laurens Swinkels von Robeco haben analysiert, wie sich die Marktgröße, die Zusammensetzung, die Kreditqualität, die Duration, die Nachhaltigkeit und die Performance von vier Emerging Market Debt (EMD) entwickelt haben und welche Rolle sie in Multi-Asset-Portfolios spielen können. Hierzu haben sie Lokalwährungs-, Hartwährungs-, inflationsindexierte und Unternehmensanleihen anhand marktgewichteter und diversifizierter Indizes verschiedener Anbieter im Zeitraum von 2003 bis Anfang 2025 untersucht.

Lokalwährungsanleihen haben sich mit einem Marktvolumen von 7 Bio. USD zum größten Segment entwickelt. Es folgen Hartwährungsanleihen (1,2 Bio. USD), inflationsindexierte Anleihen (0,7 Bio. USD) und Unternehmensanleihen (1,1 Bio. USD). Die Segmentstruktur hat sich deutlich verändert. So hat Asien an Gewicht im JPM GBI-EM Global Diversified stark zugenommen – von rund 23 % im Jahr 2003 auf fast 40 % im Jahr 2023.



Quelle: Robeco (2025)


Die Kreditqualität schwankte im Analysezeitraum und erreichte 2013 einen Höchststand an Investment-Grade-Ratings und ist seither rückläufig. Die durchschnittlichen Laufzeiten stiegen insbesondere in den lokalen Märkten. Die Nachhaltigkeitsscores (ESG und SDG) liegen signifikant unter denen entwickelter Märkte. In Bezug auf Risiko und Ertrag erzielten die EMD-Segmente stabile durchschnittliche Renditen von 6 bis 9 % p. a. Die Volatilität variiert jedoch deutlich nach Segment, so lag sie bei bspw. bei Unternehmensanleihen bei 8 % und bei inflationsindexierten Anleihen bei bis zu 15 %.



Quelle: Robeco (2025)


Lokalwährungsanleihen korrelieren mit globalen Anleihen deutlich schwächer (r = 0,36–0,63) als Hartwährungsanleihen (r > 0,8). Getragen von Währungsaufwertungen gegenüber dem US-Dollar war der Diversifikationseffekt von 2003 bis 2012 besonders ausgeprägt. Seit 2013 ist dieser Effekt rückläufig, was auf die Dollarstärke und die schwächelnden EM-Währungen zurückzuführen ist. 

Eine Analyse der makroökonomischen Risikotreiber (US-Zinsen, Handelspolitik und Rohstoffpreise) zeigt, dass es segmentübergreifend signifikante Unterschiede in der Sensitivität gegenüber externen Schocks gibt. Daraus ergeben sich Anlagemöglichkeiten entlang struktureller, bewertungsbezogener und makroökonomischer Kriterien.


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