Aktienmarktrenditen: Gewinnwachstum vs. Bewertungsveränderungen
David Blitz von Robeco untersucht die Gründe, weshalb viele regionale Aktienmärkte in den vergangenen Jahren eine schwächere Rendite als der US-Markt aufwiesen und zerlegt hierzu die Aktienrendite in Dividendenrendite, Gewinnwachstum (zusammen: fundamentale Rendite) und Bewertungsveränderungen. Untersucht wird der Zeitraum 2015 bis 2024.
Die USA gehörten global zu den besten Märkten, was sowohl auf höhere Gewinne als auch Bewertungsausweitungen zurückzuführen war. Beide Aspekte fielen in Europa erheblich niedriger aus. Die schwächste Gesamtperformance wiesen die Emerging Markets auf, die zwar steigende Bewertungen, aber gleichzeitig niedrigere Gewinne aufwiesen. Dabei gab es deutliche Unterschiede über die einzelnen Volkswirtschaften hinweg: Während Taiwan und Indien ein solides Gewinnwachstum erreichten, genügte dies nicht, um die Schwäche Chinas, Koreas und der Regionen EMEA und Lateinamerika aufzuwiegen.
Decomposition of annualized total returns 2015-2024

Quelle: Blitz, 2025
Small Caps wiesen in allen betrachteten Regionen deutliches Gewinnwachstum auf, höher als bei den jeweiligen Large Caps. Demgegenüber gab es jedoch keine Bewertungssteigerungen, so dass die Gesamtrendite global betrachtet hinter den Large Caps zurückblieb. Ähnlich war die Entwicklung bei den Low-Vola-Aktien.
Fundamental return versus return contribution from multiple expansion, 2015-2024

Quelle: Blitz, 2025
Auch bei der Gegenüberstellung von Value- und Growth-Aktien zeigt sich die Dominanz des US-Marktes. US-Growth-Titel, maßgeblich getrieben durch große Technologiekonzerne, erzielten sowohl das höchste Gewinnwachstum als auch die stärkste Bewertungszunahme. Bemerkenswert ist, dass selbst US-Value-Aktien in vielen Fällen besser abschnitten als Growth-Strategien in Europa oder den Schwellenländern.
Das Paper schließt mit dem Hinweis, dass Dividenden und Ertragswachstum langfristig die zentralen Treiber von Aktienrenditen sind, und dass Bewertungsausweitungen zu Mean Reversion neigen. Zwar könnte die US-Dominanz noch anhalten, doch sollten Anleger nicht davon ausgehen, dass sich die Entwicklung der letzten Dekade einfach fortschreibt.
Absolut Research unterstützt institutionelle Investoren bei der Bewertung von Mandaten und der Selektion neuer Asset Manager mit der monatlich erscheinenden Publikationsreihe Absolut|ranking und den 360-Grad-Analysen (Peer-/ Benchmark-/ Factor-/ Asset-Flow-Analysen).
Insgesamt analysiert Absolut|ranking mehr als 16.000 aktive und passive Strategien von 2.000 Asset Managern, aufgeteilt auf 36 Assetklassen und Marktsegmente sowie mehr als 200 Universen. Individuelle Mandate und Spezialfonds können ebenfalls untersucht werden.