09.03.2026 | Research

Negative Skewness als systematischer Renditetreiber

Über verschiedene Assetklassen hinweg besteht eine signifikante Skewness-Risikoprämie, zeigt ein Research Paper von Colin Suvak und Jim Masturzo von Research Affiliates. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Investoren positiv schiefe Renditeverteilungen bevorzugen, also Anlagen mit begrenztem Downside-Risiko und potenziell großen positiven Ausreißern. Daraus folgt theoretisch eine erwartete Prämie für negativ schiefe Investments. Zentraler methodischer Beitrag ist dabei der Vergleich von fünf Skewness-Maßen. Die Autoren testen diese Hypothese in drei Kontexten. In einem ersten empirischen Test werden 70 handelbare Futures- und Forward-Kontrakte aus den Asset-Klassen Anleihen, Rohstoffe, FX und Aktien untersucht. Im Querschnitt zeigt sich eine hoch signifikant negative Korrelation zwischen Skewness und langfristigen Renditekennzahlen wie Überschussrendite, Sharpe-, Sortino- und MAR-Ratio. Die Korrelation zwischen Robust-Skewness und Sharpe-Ratio beträgt -0,53. Das bedeutet, dass stärker negativ schiefe Kontrakte höhere risikoadjustierte Renditen aufweisen. Dabei ist Skewness im Panel nicht mit Volatilität korreliert, sodass es sich nicht um ein reines Volatilitäts- oder Tail-Risk-Phänomen handelt.


Quelle: Suvak, Masturzo, 2025

Im zweiten Schritt wird ein Universum von 215 Multi-Asset-Long/Short-Faktoren getestet. Auch hier weisen Strategien mit stärker negativer Robust-Skewness signifikant höhere zukünftige risikoadjustierte Renditen auf, sodass die Skewness-Risikoprämie auch auf Faktorenebene ökonomisch und statistisch klar nachweisbar ist. Fama-MacBeth-Regressionen ergeben, dass die Robust-Skewness ökonomisch und statistisch stärker ist als Momentum und mehr als ein Fünftel der Querschnittsvariation erklärt. Die Autoren konstruieren zudem Long/Short-Portfolios basierend auf Skewness. Das Ein-Jahres-Lookback-Portfolio erzielt eine Sharpe-Ratio von 0,61, das Drei-Monats-Lookback-Portfolio 0,40. Beide sind statistisch signifikant. Im Ranking aller 215 Faktoren gehört das Skewness-Portfolio zu den stärksten und zeigt keine Abschwächung der Performance in jüngeren Jahren.


Quelle: Suvak, Masturzo, 2025

Im Cross-Sectional Equity Factor Zoo von Jensen, Kelly und Pedersen (2023) zeigt sich die Skewness-Risikoprämie nicht langfristig ex post, wohl aber ex ante: Faktoren mit stärker negativer Robust-Skewness erzielen signifikant höhere zukünftige risikoadjustierte Renditen. Fama-MacBeth-Regressionen bestätigen, dass die Robust-Skewness auch in diesem Universum signifikant ist. 


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