Kommunale Haushalte zwischen Defizit und Investitionsbedarf
Die Finanzlage deutscher Kommunen hat sich im Jahr 2025 weiter angespannt. Laut einer Analyse der KfW erreichten die Kern- und Extrahaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände ein Defizit von 32 Mrd. EUR, den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung. In den Kernhaushalten lag die Lücke bei 29 Mrd. EUR. In den Kämmereien bewerteten 44 % der Kommunen ihre Finanzsituation 2025 als mangelhaft; für 2026 erwarten 80 % eine nachteilige Entwicklung, für die kommenden fünf Jahre über 90 %.

Quelle: KfW
Die angespannte Haushaltslage zeigt sich insbesondere in der Investitionstätigkeit. Die tatsächlichen Sachinvestitionen der Kommunen mit mehr als 2.000 Einwohnern lagen 2025 bei 29 Mrd. EUR und damit 2,3 % unter dem Vorjahreswert; real ergibt sich damit ein Rückgang von 6 %. Zugleich stieg der wahrgenommene Investitionsrückstand um 7,2 % auf mehr als 230 Mrd. EUR. Für 2026 planen die Kommunen Investitionen von 50 Mrd. EUR. Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes sollen vor allem in Schulen, Straßen sowie Brand- und Katastrophenschutz fließen; 22 % der Kommunen erwarten dadurch 2026 höhere Investitionen, für 2027 sind es 38 %.

Quelle: KfW
Bei der Finanzierung verschiebt sich der Mix leicht zugunsten von Kommunalkrediten. Ihr Anteil an der Investitionsfinanzierung lag 2025 bei 27 %, gefolgt von Fördermitteln mit 21 %, allgemeinen Deckungsmitteln mit 19 % und liquiden Mitteln mit 18 %. Für 2026 rechnen viele Kämmereien mit stärkerer Kreditnutzung und zugleich mit schwierigeren Kreditbedingungen.
Das Schwerpunktkapitel zeigt zudem die Bedeutung kommunaler Beteiligungen. Rund zwei Drittel der Kommunen halten Beteiligungen in Wasser- und Energieversorgung; im Energiesektor führten 51 % der Beteiligungen 2025 Gewinne an den Kernhaushalt ab. Verlustabdeckungen konzentrierten sich häufiger auf Sport, Kultur, ÖPNV und Gesundheit.
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