27.10.2026 | Märkte

Gemeinsames Papier zu Finanzierung, Wohnen und Infrastruktur

BVK und ZIA bündeln ihre Forderungen für bessere Investitionsbedingungen in Deutschland in einem gemeinsamen Sechs-Punkte-Programm. Im Mittelpunkt stehen die Mobilisierung institutionellen Kapitals, wettbewerbsfähige steuerliche Regeln, öffentliche Instrumente zur Hebelung privater Mittel sowie planbare regulatorische Rahmenbedingungen für Beteiligungskapital, Wohnen und Infrastruktur. Die Verbände verbinden damit die Finanzierung wachstumsorientierter Unternehmen mit dem Bedarf an Investitionen in Wohnraum und Infrastruktur. 

Für institutionelle Investoren adressiert das Papier vor allem die Anlageverordnung, Solvency II und weitere regulatorische Vorgaben. Versicherungen, Versorgungswerke und andere Kapitalgeber sollen größere Spielräume für risikogerechte Anlagen in Private Equity und Venture Capital erhalten. Zugleich sprechen sich BVK und ZIA für international wettbewerbsfähige und rechtssichere Steuerregeln für Private-Equity- und Venture-Capital-Fonds aus. Eine klare steuerliche Einordnung vermögensverwaltender Fonds soll die Standortattraktivität unterstützen.

Eine weitere Forderung betrifft den Einsatz öffentlicher Mittel. Die KfW soll als Ankerinvestor in Mittelstandsfonds agieren; Dachfonds und öffentlich-private Instrumente könnten zusätzliches institutionelles Kapital mobilisieren. Im Immobilienbereich nennen die Verbände den zügigen Start des Wohnungsbaumoduls des Deutschlandfonds sowie eine stärkere Rolle von KfW und EIB als Garantie- und Risikopartner. 
Die wohnungswirtschaftliche Dimension begründen BVK und ZIA mit aktuellen Marktdaten: 2025 entfielen 33,1 Prozent des deutschen Wohninvestmentvolumens auf ausländische Käufer. Gleichzeitig wurden rund 206.600 Wohnungen fertiggestellt, während das Frühjahrsgutachten der Immobilienwirtschaft den jährlichen Bedarf auf rund 257.400 Wohnungen beziffert. 
Weitere Handlungsfelder sind der Schutz von Eigentums- und Beteiligungsrechten, praxistaugliche europäische Fondsvorgaben, die Prüfung regulatorischer Investitionswirkungen sowie vereinfachte Berichts-, Offenlegungs- und Förderprozesse.


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