Infrastruktur und KI

Absolut|private Q3/2026}

Die riesigen Rechenzentren, die den KI-Boom tragen, wurden lange aus laufenden Gewinnen bezahlt. Diese Zeit ist aufgrund der aktuellen und anstehenden Investitionsvolumen vorbei. Die Budgets der großen Plattformbetreiber wachsen schneller als ihre Cashflows. Was der operative Cashflow nicht mehr deckt, soll nun der Kapitalmarkt aufbringen. Zunehmend nicht mehr über Banken oder öffentliche Anleihen, sondern über Private Debt. Schätzungen zufolge könnten allein in den kommenden zwei Jahren mehrere hundert Milliarden US-Dollar an privatem Fremdkapital in solche KI-Rechenzentren fließen.

Für Investoren klingt das nach dem, was Private Debt seit Jahren verspricht: auskömmliche Renditen bei überschaubarem Risiko, unterlegt mit langfristigen Verträgen bonitätsstarker Mieter. Genau hier lohnt der zweite Blick. Vieles davon liegt außerhalb der Bilanzen: Projektgesellschaften, Objekte mit einem einzigen Mieter, hohe Verschuldung auf Assetebene. Wer am Ende welches Risiko trägt, lässt sich aus den Geschäftsberichten kaum mehr ablesen. Und die Bonität des Mieters ist nur so gut wie die Erträge, die sich mit KI tatsächlich erzielen lassen. Die hoch verschuldeten Kreditnehmer stehen damit vor einer großen Bewährungsprobe.

Für Investoren ist ein unabhängiges Kreditmonitoring auf Fonds-, Einzeltitel- und Portfolioebene nötig, gleichfalls eine Transparenz über die Rückzahlungsfähigkeit, Recovery und verdeckte Risikokonzentrationen. Worauf es dabei ankommt, lesen Sie u.a. auch in unserer aktuellen Ausgabe.

Michael Busack
Herausgeber




Ausgabe: Absolut|private Q3/2026